„Pulse of Europe“: Sein Herz schlägt für Europa

Lübecker Nachrichten   21.05.2019

Uwe Möllnitz aus Bad Oldesloe hat sich 2017 der internationalen Bewegung angeschlossen – Aktiv gegen Rechtsruck und nationalistische Hetze

Uwe Möllnitz aus Bad Oldesloe hat sich der „Pulse of Europe“-Bewegung angeschlossen. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe.  Ein Revoluzzer ist Uwe Möllnitz (60) nie gewesen. Als junger Mann hat er weder Transparente mit politischen Parolen vor sich hergetragen, noch umstürzlerischen Reden bei Kundgebungen applaudiert. Vor einigen Jahren jedoch reihte auch er sich erstmals in einen Demonstrationszug ein. „Pulse of Europe“ heißt die Initiative, die das CDU-Mitglied dann und wann auf die Straße gehen lässt. Auch am zurückliegenden Wochenende wäre er gern wieder dabei gewesen. Das klappte aber aus familiären Gründen nicht.

„Ich bin angeregt worden mitzumachen durch die anti-europäische Stimmung, die sich im Zusammenhang mit dem Brexit gebildet hat“, sagt Möllnitz. Dabei seien hauptsächlich die Probleme der Staatengemeinschaft in den Vordergrund gerückt worden, was nationalistische wie populistische Bewegungen gestärkt habe. Aus der Motivation heraus, dem etwas Positives entgegenzusetzen, sei die Initiative „Pulse of Europe“ gegründet worden, vergleichbar der „Fridays-for-Future“-Bewegung von Greta Thunberg.

Für Möllnitz ist Europa nicht nur eine abstrakte Idee, er fühlt sich auch ganz persönlich als Teil dieser Völkergemeinschaft. „Da wir Freunde und Bekannte auf dem ganzen Kontinent haben, in Schweden, Skandinavien überhaupt und eigentlich auch in Großbritannien, bedeutet Europa für mich Heimat. Und deshalb erlebe ich Grenzen eher als trennend. Das Schengenabkommen hatte da schon vieles verbessert“, sagt er. Wie inspirierend und wichtig die Freizügigkeit innerhalb der EU sei, zeige sich ganz deutlich in der Beziehung der Oldesloer zu ihrer Partnerstadt Olivet. Über die Jahre hinweg seien verlässliche Freundschaften entstanden – wichtige Bausteine der Verständigung und des kulturellen Austauschs.

„Ich halte es ohnehin für sehr sinnvoll, dass Leute die Verbindung zu anderen Nationen schon von klein an erleben können. So lernen sie früh, dass es auch außerhalb Deutschlands gastfreundliche Menschen gibt, die nur in Freiheit leben wollen“, sagt Möllnitz.

Auf diese Weise werde Nationalisten, die versuchten, Ängste gegenüber Fremden zu schüren, schon gleich der Wind aus den Segeln genommen. Das sei beispielsweise in Großbritannien sehr deutlich zu spüren unter den Studierenden, die ein Auslandssemester in einem anderen EU-Land absolviert haben.

Sie seien wie die meisten jungen Briten gegen den Brexit, während die ältere Generation, die eine solche Chance nicht hatte, eher von alten Ressentiments aus der Kriegszeit geprägt sei. Insofern seien auch von der EU geförderte Austauschprogramme, die unter anderem von der Oldesloer Theodor-Mommsen-Schule stark genutzt würden, von großer Bedeutung.

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Innenstadt zu unattraktiv?

Lübecker Nachrichten   19.05.2019

Die Fluktuation in der Bad Oldesloer City setzt sich fort – Kritik an Aufenthaltsqualität

Schnäppchenmiete: Mit einer guten Idee können sich künftige Kaufleute um einen stadteigenen Laden, ehemals Traumfänger, bewerben. Insgesamt betrachten aber viele Geschäftsleute die Entwicklung der Innenstadt kritisch. foto: Susanna FOFANA

Bad Oldesloe. Die Nachricht, dass der Oldesloer Kaufmann Maik Neudek zum Jahresende sein Fachgeschäft für Küchenbedarf in der Mühlenstraße schließt, machte schnell die Runde durch die Stadt. In welcher anderen Kleinstadt er einen größeren Laden öffnet, möchte er derzeit noch nicht öffentlich verraten. Nur so viel: Der neue Standort werde nur acht Autominuten von der Ostsee entfernt sein.

Wenige Meter weiter am Mühlenplatz hat sich vor kurzem die HC Parfümerie vergrößert, die auch noch den bisherigen Laden in der Besttorstraße, ehemals Bartels, betreibt. Filialleiterin in Bad Oldesloe ist seit zwei Jahren Patricia Musik, die nun mit ihrem fünfköpfigen Team neue Düfte in die frisch renovierten ehemaligen Douglas-Räume bringt.

Wer der Chef oder die Chefin in der städtischen Immobilie in der Hindenburgstraße 47, ehemals Traumfänger (Deko), sein wird, soll schon bald feststehen. Bis zum 5. Juni können sich Existenzgründer noch mit einer guten Idee bei der Stadt Bad Oldesloe um den Innenstadtladen mit einer für zwei Jahre auf 388 Euro reduzierten Miete bewerben. Die Teilnehmer am Auswahlverfahren sollten nicht nur kompetent sein, sondern auch ein Sortiment anbieten, das es in der Oldesloer City bisher noch nicht gibt.

Das Sortiment, für das Kaufmann Neudek stand, wird es nach seinem Weggang so in Bad Oldesloe wohl nicht mehr geben. Gebürtig aus Wismar an der Küste hatte er zunächst bei Möller am Markt (Glas- und Porzellanwaren) gearbeitet und sich dann vor acht Jahren mit dem Fachgeschäft in der Mühlenstraße selbstständig gemacht. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, gesteht er.

Zum einen habe er hier viele Freunde und Bekannte gewonnen, zum anderen sieht der 47-jährige hier kein berufliches Weiterkommen. Deshalb suche er Ende des Jahres eine neue Herausforderung. Vor allem die geplante und für ihn auch notwendige Neugestaltung der Fußgängerzone mit womöglich jahrelanger Bauzeit bereitet ihm Sorgen. Von anderen Städten wisse er, dass die Läden während der Bauphase 30 bis 35 Prozent weniger Umsatz machten. „Das bekomme ich nicht aufgefangen,“ betont Neudek.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Na, dann – Prost Mahlzeit!

Stormarner Tageblatt   18.05.2019

Stormarner Wochenschau

Na, dann – Prost Mahlzeit!

Bio im Mensabetrieb der Stadtschule in Bad Oldesloe: Gut, aber nicht günstig.Megi Balzer
Bio im Mensabetrieb der Stadtschule in Bad Oldesloe: Gut, aber nicht günstig.Megi Balzer

Patrick Niemeier und Stephan Poost

Luftschlösser „Dass die Essen teurer werden, davon ist allerdings auszugehen. Das ist aber auch allen klar“, so die Elternsprecherin der Stadtschule. Dann ist ja gut, wenn es allen klar ist. Bio-Lebensmittel sind natürlich teurer und ob am Ende Bio auf dem Teller landet, kann kaum jemand kontrollieren. Viel wichtiger als Bio – zumal wohl kaum ein Kind außerhalb der Schule ausschließlich mit Bio-Produkten ernährt wird – sollte es doch sein, dass die Kinder eine Mahlzeit erhalten, die gesund ist und schmeckt. Möglichst zu einem annehmbaren Preis. Was nutzt das beste Bio-Angebot, wenn die Kinder es nicht essen und die Eltern es nicht bezahlen können oder wollen? Janine Irentschiuk von der Mensa-Crew scheint da schon richtig davor zu sein. Frisches und gesundes Essen, das den Kindern schmeckt. Guten Appetit!

Was ihr wollt „Die Zukunft ist woanders“, sagte uns in dieser Woche der Inhaber eines Oldesloer Fachgeschäfts. Er wird die Stadt verlassen, sein Geschäft schließen. Die Fußgängerzone ist nicht attraktiv genug, die Menschen in Bad Oldesloe – und sicher auch woanders – wollen Events in ihrer Innenstadt. Nun, eine Stadt kann eine Veranstaltung wie Pflaster-Art am vergangenen Wochenende nicht an jedem Wochenende präsentieren. Also, was ist es, was die Oldesloer wollen, welche Bedürfnisse haben sie? Was muss eine Innenstadt bieten, um attraktiv zu sein? Diese Frage sollten Stadt, Wirtschaftsvereinigung und die anderen Akteure vielleicht ganz konkret mit den Menschen aus Bad Oldesloe und Umgebung besprechen. Wenn man weiß, was man will, kann man es umsetzen.

Die Empörten Viele Punkte, die die Rethwischfelder subjektiv gegen ein Neubaugebiet in ihrem Ortsteil vortragen, sind emotional und menschlich nachvollziehbar. Doch andere eben auch nicht: Hinzugezogene, die sich beschweren, dass auch noch andere Menschen Wohnraum suchen, und der generelle Eindruck, dass krampfhaft nach allen möglichen Gründen gesucht wird, das Wohngebiet zu verhindern, inklusive eher abenteuerlicher Behauptungen machen es nicht einfach, nicht den Eindruck zu bekommen, dass einige Rethwischfelder einfach nur wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Die objektiven Argumente werden durch das Auftreten stark beschädigt. Angriffe auf die Verwaltung, das Absprechen von Kompetenz, die Behauptung „an einer Biertheke“ wäre ein besserer Plan herausgekommen und das bewusste Ausschließen von CDU und FDP von einem Ortstermin lassen die Stimmung eher kippen, als dass es zum Dialog kommt. Wenn die Bürger an einer Lösung interessiert sind, werden sie aus der auf den Boden stampfenden Schmollecke herauskommen müssen und mit allen Parteien an einen Tisch. Dass das Wohngebiet entstehen wird, ist wahrscheinlicher, als dass es nicht gebaut wird. Es zeigt sich bei einigen der wütend Aufgebrachten ein Muster, das sich oft bei geplanten Neubaugebieten zeigt: „Ja, Wohnungen werden vielleicht benötigt, aber bitte doch nicht nebenan.“

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Oldesloe ist bereit für LED

Stormarner Tageblatt   18.05.2019

Wirtschafts- und Planungsausschuss gibt grünes Licht für Laternenumrüstung

Ungewohnte Tischdeko im WPA: Die LED-Lampenmodelle wurden live präsentiert. Nie
Ungewohnte Tischdeko im WPA: Die LED-Lampenmodelle wurden live präsentiert. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Kreisstadt wird bald nachts in LED Licht getaucht sein. Insgesamt befinden sich in ganz Bad Oldesloe verteilt stolze 3044 Lampen und Laternen im Besitz der Stadt. 2647 davon werden in nur einem halben Jahr zu LED Leuchten umgerüstet werden. Vor allem die Oldesloer Grünen sind damit am Ziel eines langen Weges. Sie hatten jahrelang auf diese Umstellung hingearbeitet, die mittlerweile auch von der Mehrheit der übrigen Parteien mitgetragen wird.

Im Wirtschafts- und Planungsausschuss stellte Lars C. Wulff von der Hamburger Firma CL Design die drei Modelle vor, die in der Stormarner Kreisstadt zum Einsatz kommen sollen. 25 Jahre sollen diese neuen Lampen mindestens ihren Dienst tun und dabei nicht nur Storm sondern eben dadurch auch kräftig Geld sparen. Sechs Millionen Euro Stromkosten werden das – berechnet nach aktuellen Preisen – sein. Wulff konnte die Zweifel ausräumen, dass die Strahlung umwelt- oder gesundheitsschädlich sein könnte. Die LEDs hätten eine Kelvinzahl von 3000, das würde Tiere nicht stören. Auch die Sorge, dass das historische Stadtviertel am Heiligengeist und Teile der historischen Innenstadt bald im kühlen LED Licht erscheinen, zerstreute der Planer. „Es gibt unterschiedliche Farbgebungen von eher kühl bis warm“, so Wulff. „Dieser Bereich wird außerdem erst mit der Innenstadtsanierung angefasst werden. Dort bleiben die alten Lampen zunächst noch bestehen“, so Bauamtsleiter Thilo Scheuber. Da es keinen Widerspruch aus dem Ausschuss gab, soll das Umbauprojekt nun ausgeschrieben und dann ab Herbst umgesetzt werden. Im Frühjahr sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein und Bad Oldesloe im neuen Licht erstrahlen.

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Zweiter Park-Automat mit Solarbetrieb

Stormarner Tageblatt   18.05.2019

Zweiter Park-Automat mit Solarbetrieb

Einfach zu bedienen.   gus

Einfach zu bedienen. gus

Bad Oldesloe Das Schlangestehen vor dem Parkscheinautomaten auf dem Traveparkplatz hat ein Ende. Jetzt steht ein zweites Testgerät dort. Außer Solarbetrieb hat der Automat allerdings nicht mehr zu bieten als sein Pondon. Auch für das Gerät wird abgezähltes Geld benötigt, da er nicht wechselt. Wobei der leicht zurückliegende Geldeinwurf etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die Bedienung – grüne Taste für Parkschein lösen, rote für Abbruch – bedarf wenig Erklärung. Die Parkscheine sind etwas größer als die aus dem anderen Automaten, da sie einen Abriss zum Mitnehmen haben. So kann der Autofahrer nicht vergessen, wann er zurück sein muss. Eine „Brötchentaste“ für Kurzzeitparker hat der Parkautomat allerdings auch noch nicht. gus

 
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