Archiv der Kategorie: Presseartikel

Kita „Claudiussee“: Politik und Investor uneinig

Lübecker Nachrichten   28.01.2020

Investor verspricht rasche Fertigstellung der Einrichtung – Doch die Politik hat weiterhin andere Vorstellungen, unter welchen Voraussetzungen das Projekt verwirklicht werden soll

Von Dorothea von DahlenUnter den Häuslebauern, die sich im Wohngebiet „Claudiussee“ niederlassen wollen, befinden sich auch junge Familien, die auf die Betreuung ihrer Kinder angewiesen sind. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Mit dem Bau der Kindertagesstätte im neuen Oldesloer Wohngebiet „Claudiussee“ könnte schon binnen eines Jahres begonnen werden. Das jedenfalls stellt Lars Herrström, Geschäftsführer der HeNi-Investment und Management GmbH, in Aussicht. Das Unternehmen hatte das dafür im B-Plan vorgesehene Grundstück 2018 mit dem Ziel erworben, eine Einrichtung für vier Krippen- und fünf Elementargruppen zu bauen. Doch nach wie vor bestehen zwischen Politik und Investor unterschiedliche Vorstellungen, unter welchen Voraussetzungen das Projekt verwirklicht werden soll.

Wie die LN berichteten, stecken viele junge Familien deshalb in der Bredouille. Sie hatten in dem neuen Gebiet ihr Eigenheim errichtet unter der Maßgabe, dass ihre Kleinkinder tagsüber gut versorgt sind. Das steht jetzt auf der Kippe, denn Investor und Stadt können sich offenbar nicht über die Konditionen einigen. Bis dato wurde das Thema aufgrund „schutzwürdiger Interessen“ jedoch stets im nicht öffentlichen Teil der Sitzung behandelt.

Herrström zeigt sich enttäuscht über die Vorgehensweise. „Der Finanzausschuss hat offensichtlich entschieden, nicht mit uns zusammenzuarbeiten. All unsere Vorschläge wurden abgelehnt. Wir sollen weder den Kindergarten bauen, noch besteht die Absicht, das Grundstück von uns abzukaufen“, sagt er. Die Mitglieder des Ausschusses stünden dem Investorenmodell kritisch gegenüber, bei dem die HeNi-Investment das Objekt baue und es später an die Stadt vermiete. Nach Dafürhalten der Politik solle die Kommune besser selbst Eigentümerin der Immobilie sein. Auch die Variante, das fertiggestellte Gebäude dem Investor später abzukaufen, komme für sie nicht in Frage.

„Es besteht offenbar die Ansicht, die Kita lasse sich in eigener Regie günstiger herstellen. Dabei haben wir mit der Nibler-Gruppe meines Geschäftspartners Urs Nibler eine verlässliche Baukompetenz an der Hand“, sagt der He-Ni-Geschäftsführer. Zudem werde unterschätzt, wie sich die Baupreise inzwischen entwickelt hätten. In der derzeitigen Lage könne man sogar froh sein, überhaupt Handwerker für Projekte zu finden.

Herrström gibt überdies an, nicht unbedarft in das Projekt eingestiegen zu sein. Schon vor dem Erwerb des Grundstückes habe er sich mit der Stadt ins Benehmen gesetzt. „Der Kontakt war zunächst positiv. Der Bürgermeister zeigte sich einverstanden mit dem Investorenmodell“, berichtet er. Zu diesem Zeitpunkt habe sogar noch Vorkaufsrecht bestanden, was die Stadt aber nicht eingelöst habe. Somit habe die HeNi-Investment das Projekt in Angriff genommen.

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Knickpflege: Was alles zu beachten ist

Stormarner Tageblatt  27.01.2020

Saison endet am 29. Februar / Schrägschnitt nicht mehr zulässig

Knicks sind typisch für unsere Landschaft in Schleswig-Holstein.  Die Bäume, die beim sogenannten Auf-den-Stock-setzen stehen gelassen werden, heißen „Überhälter“.AdobeStock
Knicks sind typisch für unsere Landschaft in Schleswig-Holstein. Die Bäume, die beim sogenannten Auf-den-Stock-setzen stehen gelassen werden, heißen „Überhälter“.AdobeStock

Bad Oldesloe / Kiel „Einige der landschaftstypischen Knicks sind in dieser Wintersaison schon sachgerecht gepflegt und auf den Stock gesetzt worden. Dabei hat sich erfreulicherweise gegenüber früheren Jahren die Qualität des Maschineneinsatzes verbessert. Ein sauberer Schnitt verringert die Gefahr des Eindringens von Pilzen und trägt zur Verbesserung der Wiederausschlagsfähigkeit des Knicks bei“, erklärt Martin Schmidt, Pressesprecher des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Regeln geändert: Faltblatt aktualisiert

Die Regeln für die Behandlung von Knicks haben sich in der Vergangenheit immer wieder etwas geändert. Um Klarheit zu schaffen, hat das Landesamt das Faltblatt zur Knickpflege aktualisiert herausgegeben. Zum Beispiel ist der sogenannte Schrägschnitt nicht mehr erlaubt. Wer den Knickbewuchs seitlich zurückschneiden will, muss mindestens einen Meter Abstand vom Knickwallfuß halten, um dann senkrecht bis maximal vier Meter Höhe einen glatten Schnitt anzubringen.

Ein Saumstreifen zum Schutz des Knickwalles muss nur noch bei Ackerflächen eingehalten werden, nicht mehr bei Grünlandflächen. „Hingewiesen werden muss leider immer wieder auf die Bedeutung der Überhälter und die rechtliche Regelung, dass alle 40 bis 60 Meter ein Überhälter stehengelassen werden muss. Überhälter sind Einzelstämme mit mindestens einem Meter Stammumfang in einem Meter Höhe. Die manchmal nach radikalem Auf-den-Stock-setzen übrig gelassenen dünnen Einzeltriebe, die erst in einigen Jahren zu Überhältern herangewachsen sein werden, sind noch nicht als solche zu werten“, so Martin Schmidt. Sie sollten zusätzlich stehengelassen werden, damit sie sich entwickeln können. Wenn sie einen Stammumfang von einem Meter haben, können sie noch dickere Bäume bis zu zwei Meter Stammumfang ersetzen, die dann geerntet werden dürfen.

Je nach Entwicklung der Krone gewähren stehengelassene „Überhälter“ im Abstand von 40 bis 60 Metern den Sträuchern dazwischen eine gute Entwicklung, fördern insgesamt die Artenvielfalt des Knicks und stärken seine wichtigen Funktionen im Naturhaushalt. Unter anderem dienen sie in der Feldmark als Sitzwarte für Greifvögel und als Brutbäume auch für Höhlenbrüter.

Schutzfrist für Tiere und Pflanzen

Wer noch einen Knick auf den Stock setzen will, sollte sich beeilen, denn am 1. März beginnt bereits wieder die Schutzfrist für Tiere und Pflanzen, und bei diesem milden Winter wird weder der Safttrieb in den Gehölzen noch der Bruttrieb der Vögel auf sich warten lassen. st

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Neues Gewerbegebiet: Die große Ernüchterung

Stormarner Tageblatt  27.01.2020

Zwar werden Arbeitsplätze geschaffen, aber die zu erwartenden Steuereinnahmen bleiben überschaubar

Symbolcharakter: Während beim Auftakt die Sonne schien, hängen nun vermehrt  auch graue Wolken über dem Projekt.Nie
Symbolcharakter: Während beim Auftakt die Sonne schien, hängen nun vermehrt auch graue Wolken über dem Projekt.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Euphorie war spürbar als zum ersten Spatenstich im Gewerbegebiet Teichkoppel in Bad Oldesloe geladen wurde. Landrat Dr. Henning Görtz sagte, dass er sich für Bad Oldesloe freue und natürlich für den ganzen Kreis, denn es entstünden Arbeitsplätze und Stormarn werde als Gewerbestandort noch attraktiver. Bürgermeister Jörg Lembke dankte dem Investoren Peter Eggers, dass er das Projekt vorantreibe und zugesagt habe, attraktiven, zukunftsorientieren mittelständischen Firmen aus der Region einen Standort zu bieten.

Eigentlich arbeitet die Stadt Bad Oldesloe bei der Vermarktung von Gewerbeflächen mit der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft (WAS) zusammen. Das hätte man auch gerne bei betroffenem Gewerbegebiet. Doch Eggers und die WAS einigten sich über Jahre nicht, so dass der Landwirt Eggers Jahr für Jahr noch seine Ernte auf seinen Grundstücken einfuhr, für die seit 2006 ein Bebauungsplan bestand. „Hätte man so weitergemacht, wäre wohl auch in den nächsten Jahren nichts passiert“, sagt Lembke rückblickend. Und so verkaufte die WAS ihre Anteile an Eggers. Dieser begann als privater Investor mit seiner Firma PHE gemeinsam mit Berater Gerhard Heyer, der selbst mal der Chef der WAS war, mit der durchaus erfolgreichen Vermarktung der Gewerbegrundstücke.

Seit diesem Zeitpunkt hat die Oldesloer Politik, WAS und Verwaltung, abseits von der Kontrolle der Einhaltung der Baurechtsregeln, keine Handhabe mehr in dem Gebiet. SPD, Linke, FBO und Grüne merkten schon in dieser Phase an, man bitte darum, dass es nicht zur Ansiedlung von Logistikern und großer Lager käme. Das wäre das schlimmstmögliche Szenario, hieß es damals im Ausschuss. Selbst beim Spatenstich war Berater Heyer aber noch bemüht solche Sorgen vom Tisch zu wischen. Klar ist mittlerweile: Es kam dann trotzdem wie befürchtet. Von vor allem mittelständischen regionalen Unternehmen kann nicht die Rede sein. Stattdessen entstehen ein riesiges Zentrallager von Asklepios und ein Verteilzentrum von Amazon. Zwei Bauten, die genau die „hässlichen Schuhkartons“ sind, vor denen FBO-Mann Matthias Rohde grauste.

Aus Euphorie ist Enttäuschung und Frust geworden. Davon, dass Eggers irgendwas Positives für Bad Oldesloe bewirkt, ist abgesehen von Wortbeiträgen der FDP nicht mehr die Rede. Im Gegenteil. Seine Art der Vermarktung unter Aspekten der Gewinnmaximierung – von der der Bürgermeister sagt dass das Vorgehen nachvollziehbar sei – wird nicht zum Gewinn, sondern zum teuren, langfristigen Problem für die Kreisstadt.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Von Ansiedlung und Anklagen

Stormarner Tageblatt  25.01.2020

Stormarner Wochenschau

Von Ansiedlung und Anklagen

Megi Balzer
Megi Balzer

Patrick Niemeier, Cordula Poggensee und Stephan Poost

Déjà-vu „The same procedure as last year?“ könnte man fragen, um gleich die Antwort zu geben. Ja, der gleiche Ablauf, wie im letzten Jahr. Schon bei der Amazon-Ansiedlung beklagten Bürgermeister und Teile der Politik in der Kreisstadt Bad Oldesloe, dass mit der Ansiedlung zwar viele Kosten verbunden wären, aber lediglich einfache Arbeitsplätze, kaum Gewerbesteuern, aber ein großes Verkehrsaufkommen – siehe Zeichnung – unter dem Strich stünden. Nun wird gleich neben Amazon ein zweites, großes, flächenintensives Lager entstehen, auf 65.000 Quadratmetern. Auch hier: Zwar 70 Arbeitsplätze, aber kaum Steueraufkommen und viel Verkehr. Da muss der Bürgermeister schon tief in die Trickkiste greifen, um die Ansiedlung schön zu reden: Bad Oldesloe errege eine überregionale Aufmerksamkeit. Dabei ist der Bürgermeister noch nicht einmal der, dem man hier den „Schwarzen Peter“ zuschustern sollte, den hat die Kommunalpolitik. Denn die Politikern haben Daseinsvorsorge zu treffen und für das endliche Gut Baufläche die Verwendung zu finden, die für die Stadt den größten Nutzen bringt.

Lebende Altlast Über 110 Katzen wurden im vergangenen August aus einem völlig verdreckten Messi-Haus in Großhansdorf gerettet. Die beiden Besitzerinnen zählen zu der wachsenden Gruppe der „Animal hoarder“, die verantwortungslos lebende Tiere sammeln wie „normale Messis“ wertlosen Plunder. Doch während sich letztere nur selber schaden, sind die krankhaften Tiersammler subjektiv vielleicht fahrlässige, objektiv jedoch vorsätzliche Tierquäler. Die Gemeinde Großhansdorf hat die kranken, verletzten und verstörten Katzen aus dem nach Fäkalien stinkenden Haus gerettet – und sich damit neben einer moralischen auch eine finanzielle Belastung von bislang 100.000 Euro aufgeladen. Die zwei ehemaligen Katzen-Besitzerinnen sind indes weiter einsichtsresistent. Statt sich – in welcher Weise auch immer – ihrer Verantwortung zu stellen, haben sie drei Klagen gegen die Gemeinde angestrengt. Kaum nachvollziehbar, sollten doch viel eher die beiden Halterinnen auf die Anklagebank.

Leise Armut So schlimm kann es nicht sein, denn wir sehen sie ja nicht massenhaft in den Straßen: Bettler und Obdachlose. Und dann hört man immer von steigender Armut und von immer mehr Familien, die von Obdachlosigkeit betroffen sind. Sind da vielleicht nur Berechnungsgrundlinien übertrieben? Wird Armut falsch definiert, orakeln manche Politiker. Doch ist es eher so, dass Armut oft leise ist. Die Menschen nehmen nicht am sozialen Leben teil, weil sie es sich nicht leisten können oder weil es ihnen in der Leistungsgesellschaft, in der Besitz oftmals über den Status entscheidet und der als jemand gilt, der oder die es „geschafft hat“, wenn man drei Mal im Jahr in den Urlaub fliegt und ein volles Sparbuch vorzuweisen hat. Armut und Obdachlosigkeit muss nicht mit den stereotypen Klischeebildern unterlegt sein, um zu existieren. Die Gesellschaft ist immer nur so gut, wie sie mit ihren finanziell Schwächsten umgeht, die in den meisten Fällen eben nicht sozial schwach sind. Also hilft wegschauen nicht, nur um nicht das zu sehen, was bei genauem Hinsehen eben doch vorhanden ist.

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Immer mehr wilde Müllkippen in der Stadt

Stormarner Tageblatt  25.01.2020

Die Oldesloerin Meike Dunz hat dem Unrat in der Kreisstadt den Kampf angesagt

Verstärkt   liegen Hundehaufen in   Plastiktüten in der Natur.
Verstärkt liegen Hundehaufen in Plastiktüten in der Natur.
Unrat im Kurpark in Bad Oldesloe. Niemeier

Unrat im Kurpark in Bad Oldesloe. Niemeier

Susanne Rohde und Patrick Niemeier Bad Oldesloe Verkommt die Kreisstadt immer mehr zu einer Müllhalde? Überall dort, wo Altglas- und Papiercontainer stehen, liegt in der Regel auch viel Müll daneben – daran hat man sich fast schon gewöhnt. Auch im Kurpark nehmen die Müllablagerungen immer mehr zu. Nicht nur in der Umgebung des Salzteichs stolpern Spaziergänger momentan über Einkaufstaschen, Plastikflaschen und anderen Abfall.

Ehrenamtlerin wütend

Die Oldesloerin Meike Dunz, die als ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuerin viel in der Poggenbek- und Wöknitzniederung unterwegs ist, hat inzwischen den Eindruck, dass die Unsitte illegaler Müllablagerungen inflationär geworden ist. Wöchentlich sammelt sie 20 bis 30 Liter Müll in der Landschaft auf, und das macht sie zunehmend wütend. Aber was sich seit einigen Monaten im Schutzgebiet bis hin zum Poggensee und dessen Parkplatz abspielt, dafür fehlen ihr inzwischen wirklich die Worte. „Gerade im Hinblick auf die immer größer werdende weltweite Vermüllung mit Plastik im Meer, an den Stränden, in Flüssen, im Wald, auf Wiesen und allen anderen uns so lebenswichtigen Erdengebieten verstehe ich nicht, warum in Bad Oldesloe dabei kräftig mitgeholfen wird, unsere Umwelt immer weiter zu verdrecken“, sagt die Oldesloerin.

So würden nicht nur Plastikteile, Gummi, Dosen, Flaschen, Papier, Pappe und sämtliche andere Verpackungssorten einfach so in der Natur entsorgt, sondern auch ganze Kartons, Taschen, Styroporverpackungen oder großflächig Kunststofffasern, Kanister, Geschirr, Küchengeräte und Baumaterialien. Dazu kommen dann noch die vielen Hundekothaufen, die manchmal – um das Ganze ad absurdum zu führen – noch in Plastiktüten verpackt und dann gedankenlos in der Natur entsorgt werden. „Was ist in Bad Oldesloe eigentlich los, dass uns Bewohnern dieser Stadt und der Umgebung unsere Umwelt und die Welt allgemein nichts mehr wert ist und uns scheinbar nichts mehr bedeutet?“, fragt sich Meike Dunz und möchte ihre Mitbürger aufrütteln, dagegen vorzugehen.

Stein als Geschenk

Wer nicht weiß, wie und womit er Müll sammeln soll, hier ein Tipp: Meike Dunz steht jeden Sonnabend mit einem „Umweltstein“ in der Fußgängerzone und verschenkt einen von ihr gestalteten Stein mit der stilisierten Erde an jeden Interessierten – inklusive einer Tüte und einer Holzzange zum Müllsammeln. Auch heute steht sie ab 13 Uhr in Höhe des Restaurants Laurent. „Fangen wir endlich einfach an. Ich hoffe auf viele Unterstützer im Kampf gegen den Müll und für eine lebenswerte Erde“, betont Meike Dunz.

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