Archiv der Kategorie: Presseartikel

Das Logenhaus in Bad Oldesloe

Lübecker Nachrichten   25.05.2019

Mitglieder der Johannisloge erbauten das repräsentative Gebäude 1904 in nicht einmal einem Jahr.

Hoch über dem Bürgerpark erhebt sich in Bad Oldesloe das Gebäude der Johannisloge. Fotos: Lothar Kullack

Bad Oldesloe. Uwe Möllnitz, dem Logenmeister der Johannisloge Stormarn, erging es 1998 mit diesem repräsentativen Bau so wie Vielen, die zum ersten Mal auf dem Oldesloer Exer parkten: „Was ist das nur für ein reizvolles Gebäude dort hoch oben über dem Bürgerpark?“ fragte sich der damalige Neu-Oldesloer. Mit Freimaurerei hatte er nichts im Sinn und mit dem Begriff „Johannisloge“ konnte er schon gar nichts anfangen. Heute ist er der Logenmeister und als solcher der Vorsitzende des eingetragenen Vereins.

„Mein Interesse für die Loge kam also tatsächlich über das tolle Gebäude zustande“, sagt er heute. Erbaut wurde es 1904 in nicht einmal einem Jahr. Zwei Jahre zuvor hatte sich die Loge gegründet. Denn die 16 Freimaurer, die damals in Bad Oldesloe wohnten, mussten vorher für ihre Treffen nach Hamburg oder Lübeck fahren. In beiden Hansestädten gab es bereits seit dem 18. Jahrhundert einige Logen. Aber von Oldesloe nach Lübeck oder Hamburg – das war so kurz nach der Jahrhundertwende keine Fahrt, sondern eine Reise.

Der Bau des Logenhauses, geleitet vom Logenbruder Heinrich Comdühr, Baumeister und Mitglied der Johannisloge von 1902 bis 1952, ging schnell vonstatten. „Damals waren die Voraussetzungen ganz andere als heute“, sagt Uwe Möllnitz. „Dass Bauherr, Architekt und ausführende Firma alle aus einer Hand kamen, war damals eine Selbstverständlichkeit. Auch hemmten keine unabänderlichen Vorschriften die Bauwilligen.“

So entstand auf einer Anhöhe, damals am Rande Oldesloes, heute im Zentrum der Stadt gelegen, der eingeschossige Bau im Stil des Historismus. Im großen Mittelteil ist ein zweites Geschoss eingezogen worden. Die Satteldächer sind flach geneigt, insgesamt gibt es drei Giebel.

Rasch entwickelte sich ein reges Logen-Leben, das über die Jahrzehnte andauerte – bis die Nazis in Deutschland die Macht übernahmen, denen die Freimaurerei unheimlich war. Im Jahr 1936 wurde die Johannisloge enteignet, das Haus für einen Spottpreis der Stadt überantwortet. Wo zuvor über Freiheit und Toleranz gesprochen wurde, hatten nun die Braunhemden der Hitlerjugend das Sagen. Im Krieg diente das Haus auch als Lazarett, nach 1945 quartierte sich im Logenhaus die britische Stadtkommandantur ein. Die Loge bekam das Gebäude am Exer erst 1952 zurück – in stark renovierungsbedürftigem Zustand. Doch die Loge befand sich erst im Wiederaufbau – Geld für eine grundlegende Renovierung war nicht vorhanden, das Haus verfiel immer weiter. Als das einst so prächtige Bauwerk kaum noch nutzbar war, entschloss sich die Loge 1992 zu einer groß angelegten Sanierung unter Leitung der Lübecker Architekten Mai, Zill und Kuhsen.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Besuch vom Bürgermeister

Lübecker Nachrichten   25.05.2019

Verwaltungschef holt säumige Wahlhelfer persönlich ab – 150 Euro Bußgeld

Bad Oldesloe. Da sich zu wenige Freiwillige für die Europawahl gemeldet haben, musste die Stadt Bad Oldesloe ein Drittel der benötigten Wahlhelfer dazu verpflichten. „Das mache ich nicht gern, aber es lässt sich nicht anders einrichten“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. Er hofft nun, dass alle Aufgeforderten auch tatsächlich am 26. Mai zum Dienst erscheinen. „Wenn nicht, hole ich sie von zu Hause ab. Da kenne ich nichts“, kündigte das Stadtoberhaupt an.

Wie Lembke berichtet, musste er bei vorangegangenen Wahlen schon zu solchen Fahrten ausrücken. Einige säumige Wahlhelfer hatten wohl angenommen, dass es sich um eine lockere Einladung handelte. Als der Bürgermeister erklärte, dass bei Nichterscheinen ein Bußgeld drohe, entgegnete einer: „Was würde es denn kosten? 50 Euro können Sie gleich mitnehmen.“

Der Betrag lag freilich weit darüber. Und auch bei der Europawahl geht das Schwänzen ins Geld. In Abstimmung mit dem Kreis Stormarn werden 150 Euro fällig. In den 16 Wahllokalen in Bad Oldesloe kommen 150 Wahlhelfer zum Einsatz. dvd

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Akute Personalnot im Rathaus

Lübecker Nachrichten   25.05.2019

Einen Riesenberg Überstunden schieben einige Mitarbeiter der Oldesloer Stadtverwaltung vor sich her – Auch Krankheitsfälle mehren sich – Personalrat der Behörde hat Alarm geschlagen

Im Bad Oldesloer Rathaus ist die Personaldecke zum Zerreißen gespannt – offenbar schon seit Jahren. foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. 35 offene Stellen, 5865 Krankheitstage im Jahr, Überstunden bis zur Belastungsgrenze: Die Personaldecke der Oldesloer Stadtverwaltung ist zum Zerreißen gespannt. Das geht aus dem Personalbericht 2018 hervor, der jetzt im Hauptausschuss vorgestellt wurde. Wegen seiner Transparenz und Ausführlichkeit erntete das Papier schon viel Lob. Die darin präsentierten Fakten lösten indes Bestürzung und Ratlosigkeit aus. Im Raum stand nicht nur die Frage, wie es dazu kommen konnte, diskutiert wurde auch, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Abhilfe zu schaffen.

Am gravierendsten ist die personelle Unterbesetzung offenbar im Hauptamt, zu dem auch das Bürgerbüro der Stadt gehört. Dort haben sich bei den Angestellten wohl so viele Überstunden angehäuft, dass es äußerst schwierig sein wird, sie abzubauen, ohne dadurch neue personelle Engpässe hervorzurufen. Wie Personalrätin Karin Heinzen erläuterte, ist die Arbeitsüberlastung bereits ein Erbe der Vergangenheit und wurde über Jahre hinweg ignoriert. Sie sprach von Überstunden, die schon aus der Zeit vor 2016 resultieren und derzeit „eingefroren“ sind.

„Für die müssen wir eine Lösung finden. Wir haben alles Mögliche angedacht und müssen als Verwaltung in die Richtung gehen, Lebenszeitkonten einzuführen, was ja viele schon machen“, sagte Heinzen. Den Vorschlag von Andreas Lehmann (CDU), die Überstunden auszubezahlen, damit nicht weiterer Frust unter den Mitarbeitern entstehe, wies sie als wenig praktikabel zurück. In der Regel seien Kollegen in Führungspositionen betroffen. Sie lehnten Auszahlungen ab, weil es dann höhere steuerliche Abzüge gebe. Ein Problem stelle auch dar, dass Überstunden von den Vorgesetzten gestrichen würden, da sie über das vereinbarte Arbeitszeitkonto hinausgingen. Dagegen wolle jetzt eine Kollegin klagen. „Sie sagt, es kann nicht sein, dass ich so unter Druck stehe, dass ich nicht mehr weiß, wie ich meine Arbeit schaffen soll und mein Chef tut nichts. Da muss etwas passieren“, sagte Heinzen.

Diakon Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) machte Bürgermeister Jörg Lembke für die Misere verantwortlich. „Die Leute kündigen, der Krankenstand ist hoch und viele Stellen sind nicht besetzt, seit Sie Bürgermeister sind. Die Leute fühlen sich nicht wohl“, attackierte er den Verwaltungschef. Das mochte die Personalrätin so nicht stehen lassen und erklärte, dass die schlechte Stimmung weder mit dem Bürgermeister noch einer anderen Person zu tun habe, sondern Produkt einer langen Fehlentwicklung sei.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Oldesloer leben auf sicherem Pflaster

Lübecker Nachrichten   24.05.2019

In nahezu allen Bereichen weniger Straftaten – Doch kamen mehr Jugendliche mit dem Gesetz in Konflikt

Hans-Jürgen Köhnke von der Polizeidirektion Ratzeburg stellte die aktuelle Kriminalitätsstatistik von Bad Oldesloe bezogen auf das Jahr 2018 im Hauptausschuss vor. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe.  Das Leben in Bad Oldesloe scheint ein Stück weit sicherer geworden zu sein. Das jedenfalls legen die amtlichen Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2018 nahe, die Kriminaldirektor Hans-Jürgen Köhnke jetzt im Hauptausschuss vorstellte. Ihm zufolge registrierte die Polizei 2500 Straftaten und somit 112 weniger als 2017. Das entspricht einem Rückgang von 5,3 Prozent. Insofern liegt Bad Oldesloe ganz im Trend. Denn nicht nur im Kreis Stormarn, auch in den Kommunen der gesamten Polizeidirektion Ratzeburg befindet sich die Kriminalitätskurve im Abwärtstrend.

Von extremen Gewaltverbrechen wie Mord oder Totschlag blieben die Oldesloer denn auch zum Glück verschont. Und selbst die Zahl der Körperverletzungen ging von 196 auf 175 zurück. Ein Achtungszeichen setzte Köhnke jedoch in Bezug auf die Entwicklung der Jugendkriminalität. Nachdem sich die Lage 2017 etwas beruhigt hatte, verschlechterte sie sich im Vorjahr. 190 Täter unter 21 Jahren gerieten mit dem Gesetz in Konflikt, davon 98 im Jugendalter und 92 Heranwachsende – 2017 waren es im Vergleich dazu 70 Heranwachsende und 84 Jugendliche. Diebstahl nahm dabei eine vergleichsweise untergeordnete Rolle ein gegenüber Körperverletzung in 48 Fällen, Raub in 42 und Gewaltkriminalität in 33 Fällen.

Sachbeschädigungen, die vor gut zehn Jahren noch einen Spitzenplatz von 381 Fällen einnahmen, sind in Bad Oldesloe dagegen inzwischen auf 199 geschrumpft. Ähnlich verhält es sich mit Diebstahlsdelikten, von denen im Vorjahr 917 Taten zur Anzeige gebracht wurden, während es 2017 noch 1013 Fälle waren.

Matthias Rohde (FBO) wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob die geringen Zahlen bei den Eigentumsdelikten nicht mit dem Frust der Bürger darüber zusammenhänge, dass die Täter nach der Festnahme wieder „rausgelassen werden“. Das sei eine falsche Grundannahme, erklärte Köhnke. Aus einer Studie der Landespolizei gehe zwar hervor, dass nur ein Drittel der Straftaten zur Anzeige kommt. Doch das betreffe nur ganz bestimmte Bereiche. „Ein hohes Dunkelfeld haben wir bei Sexualdelikten zu verzeichnen, da sich die Betroffenen oftmals nicht trauen, zur Polizei zu gehen“, erklärte der Kriminaldirektor.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

„Gehen Sie bitte zur Wahl – Ich tue es auch“

Markt   22.05.2019

„Gehen Sie bitte zur Wahl – Ich tue es auch“

Wolfgang Gerstand Foto: CDU Bad Oldesloe

Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle. Adenauer 1954. Er wusste, für Deutschland konnte es nach dem Krieg nur eine Zukunft in und mit Europa geben.                          

Am 26. Mai wählen 375 Millionen Menschen ein Europäisches Parlament. Vor 100 Jahren zog die Jugend gegeneinander in den Krieg – heute wählt sie ein gemeinsames Parlament. Die EU ist das größte und erfolgreichste Friedensprojekt der Geschichte.

Knapp 60% unserer Exporte gehen in die EU, 40% allein in die Euro-Zone. Eine Riesenerleichterung  für unsere Wirtschaft in der Auftragsabwicklung. 7% der Weltbevölkerung leben in der EU, trotzdem trägt die EU ca. 50% der weltweiten Sozialabgaben. Für uns EU-Bürger bedeutet das große soziale Sicherheit, auch wenn sich manches noch verbessern lässt.

Viel Nutzen von der EU haben wir in Stormarn. Neben anderen Förderprogrammen haben wir durch die Aktivregionen (Alsterland, Holsteins Herz etc.) Millionen Euro  für Projekte im ländlichen Raum in Stormarn bekommen.

Erfolge Europas sind aber auch: Urlaub in der EU ohne Schlagbaum und Grenzkontrollen, in der EU-Zone eine Währung, Anerkennung des nationalen Führerscheines und eine Notfallnummer in Europa-112. Für unsere Jugend: Problemloses Studium in der EU, Hochschulwechsel und freie Berufsausübung. Dies wird besonders wichtig, weil bis 2030 – schon in 16 Jahren – 6 Millionen Deutsche weniger im erwerbsfähigen Alter sind. Wir brauchen Nachwuchs und Fachkräfte aus Europa, um unseren Standard halten zu können.

Politisch gesehen, wäre Deutschland ohne die EU und die zielstrebigen Verhandlungen von Kanzler Dr. Kohl 1990 so nicht wiedervereint worden. Nur unsere Einbindung in die EU hat unseren Nachbarn die Angst vor einem starken Deutschland genommen.

Die Vorgänge um den Brexit in Großbritannien zeigen uns deutlich, wie sehr die Staaten der EU miteinander verflochten sind. Das Ausscheiden aus der EU wird insbesondere für England schwerwiegende, wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben. Es zeigt sich, dass Populisten im Ernstfall keine durchführbaren Konzepte haben.

Der heute bestehende Friede in Europa  über 74 Jahre ist keine Selbstverständlichkeit. Bewahren wir ihn – es liegt an uns allen.

Gehen Sie bitte zur Wahl, ich tue es auch.

Wolfgang Gerstand

CDU Bad Oldesloe

Veröffentlicht unter Presseartikel |