Archiv der Kategorie: Presseartikel

Jede Klasse bekommt ihre eigene Feierstunde

Lübecker Nachrichten   11.08.2020

Oldesloer Schulen haben verschiedene Konzepte gefunden, damit für Einschulung und Umschulung auch zu Corona-Zeiten ein feierlicher Start möglich ist

Bad Oldesloe. „Meine schlimmste Befürchtung war, dass wir die Kinder am Ein- beziehungsweise Umschulungstag nur abgeben dürfen und somit der dem Anlass entsprechende feierliche Rahmen komplett fehlt“, sagt Sven Reddig, der mit Joris (6) einen Abc-Schützen und mit Marit und Dana (beide 10) zudem zwei Kinder hat, die auf die weiterführende Schule wechseln. Doch die Sorge wurde der Familie genommen, denn alle Schulen in Bad Oldesloe haben entsprechend den Vorgaben des Landes ein Konzept erarbeitet, damit die neuen Schüler heute und morgen einen würdigen Empfang haben. Die einzelnen Klassen werden zu unterschiedlichen Zeiten und an ausgewählten Orten begrüßt und dürfen dazu je nach Schulgröße zwei bis vier Gäste mitbringen. Festliche Programme, wenn auch in abgeänderter Form, sind ebenfalls vorbereitet worden.

An der Stadtschule findet eine Einschulungszeremonie morgen in der Mensa statt. Clemens wird dann seine Eltern und die Oma dabei haben sowie seinen neuen Schulrucksack und die traditionelle Schultüte. „Die Kennenlernaktion ist leider Corona zum Opfer gefallen, Clemens kennt die Stadtschule aber bereits durch seinen großen Bruder Laurenz“, erklärt Mutter Cläre Reetz. Die traditionelle erste Unterrichtsstunde wird aber abgehalten, die Gäste werden währenddessen mit Kaffee und Gebäck versorgt.

In der Sporthalle finden heute, am Dienstag, die Feiern der drei fünften Klassen und am Mittwoch die der vier ersten Klassen in der Schule am Masurenweg (SaM) statt. „Die Halle ist groß genug, sodass die einzelnen Familien auf Abstand ohne Maske das Programm genießen können“, erklärt SaM-Schulleiter Sascha Plaumann. Geplant ist eine Musikdarbietung einer einzelnen Sängerin, die entsprechend der Verordnungen genügend Abstand zum Publikum hat.

Joris ist schon sehr gespannt auf den Tag, an dem auch er von seinen Eltern und der Großmutter begleitet wird. Seinen Ranzen ziert ein schwarzer Puma. „Ich hoffe, der ist auch auf der Schultüte drauf“, wünscht sich der Sechsjährige. Seine Schwestern sind dann schon Fünftklässlerinnen, denn ihre Umschulung ist bereits morgen vorgesehen. „Unsere Feier findet auf dem Schulhof der Theodor-Mommsen-Schule (TMS) statt“, berichten Marit und Dana.

Mit einem szenisch dargestellten Gedicht werden die „Bienen“, „Krokodile“, „Seepferdchen“ und „Elche“ – so die Namen der neuen vier ersten Klassen an der Klaus-Groth-Schule (KGS) – in der Turnhalle empfangen. „Während die Abc-Schützen danach ihre erste Unterrichtsstunde haben, bekommen die Eltern Informationen und Getränke – bei gutem Wetter auf dem Schulhof“, erklärt Kathrin Albers, kommissarische Leiterin der KGS.

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Im Zeichen der Maske: So startete der Unterricht an Oldesloer Schulen

Lübecker Nachrichten   11.08.2020

Noch in den Ferien feilten Lehrkräfte eifrig an Konzepten, wie der Unterricht unter Corona-Bedingungen ablaufen könnte – Die LN haben sich angesehen, wie das funktioniert hat

Von Dorothea von Dahlen

Der erste Schultag in Bad Oldesloe mit Maske. Schüler der Theodor-Storm-Straße gehen nach Hause.Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Maskenpflicht hatte am Montag auch an den weiterführenden Schulen in Bad Oldesloe Premiere. Nicht nur, dass sich Schüler und Lehrer nach zig Wochen Heimarbeit und anschließender Ferienphase endlich wieder von Angesicht zu Angesicht gegenüber standen, die von der Landesregierung herausgegebenen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen mit Corona sorgten für ganz neue Abläufe im Schulalltag. Um andere nicht zu gefährden, hatten sich an allen drei Schulen Schüler mit Erkältungssymptomen krank gemeldet und waren vorsichtshalber zu Hause geblieben. Darunter befanden sich auch zwei Erkrankte, in deren weiterem familiären Umfeld es Verdachtsfälle einer Covid-19-Infektion gegeben hat. In einem der beiden Fälle gab es bereits Entwarnung.

„Eigentlich war es ganz entspannt“, kommentierte Liam (15) den ersten Schultag nach Shutdown und Ferien. Alexandra (13), die ebenfalls die Theodor-Storm-Schule (TSS) besucht, hält den Neustart schon für gewöhnungsbedürftig. „Durch die Maske zu atmen, ist manchmal schwer, weil es draußen warm ist. Dass ich wieder zu Schule kann, freut mich sehr. Es ist nur schade, dass man niemanden umarmen kann. Das hätte ich gern gemacht“, sagte sie und verpasst ihrer Freundin Amira (13) ersatzweise einen Ellbogenkuss.

Aus der Perspektive von Nicole Jonas, die ihren Sohn Leeland (13) zur Mittagszeit von der TSS abholte, war die Entscheidung der Landesregierung, den Schulbetrieb wieder komplett aufzunehmen, goldrichtig. „Ich finde es sehr gut, dass voll durchgestartet wird“, sagte sie. Sorge vor einer Ansteckung von Leeland habe sie nicht. „Und wenn es passieren sollte, wird er es schon überstehen“, sagte sie.

Während sich die Schüler bei Unterrichtsbeginn noch halbwegs im Ferienmodus befanden, lag hinter Lehrern und Schulleitern bereits eine ereignisreiche Zeit. Immerhin galt es, die vom Kieler Bildungsministerium angeordneten Sicherheitsvorkehrungen passgenau umzusetzen. Und das stellte jede Schule vor ganz eigene Herausforderungen. Eine davon bestand in der Aufteilung der Schüler in Kohorten. Das heißt Gruppen, die in einem Verband unterrichtet werden, so dass im Fall einer Infektion nicht die gesamte Schule schließen muss, sondern sich allenfalls die tatsächlich oder mutmaßlich Infizierten in Quarantäne begeben müssen.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Manchmal stinkt’s zum Himmel

Stormarner Tageblatt  08.08.2020

Stormarner Wochenschau

Manchmal stinkt’s zum Himmel

Megi Balzer
Megi Balzer

Susanne Link, Patrick Niemeier und Stephan Poost

Tradition Das Bild des Enkelkindes, das mit den Großeltern Enten füttert, funktioniert generationsübergreifend. Haben wir nicht alle irgendwann einmal mit Oma und Opa Enten gefüttert? Wir haben es gut gemeint. Allerdings brauchen die Enten in den Teichen und an der Trave zum einen unsere Hilfe nicht. Zum anderen werden die Gewässer durch die Brotreste und den Kot der Enten, die einfach zu viel von dem Brot fressen, belastet. Es stinkt! Und wenn es sich nicht um ein Fließgewässer handelt, kippt der Teich sogar um. Und dann macht – wie es unsere Karikaturistin so treffend zeigt – das Entenfüttern überhaupt keinen Spaß mehr. Dieses Beispiel zeigt: Es scheint menschlich zu sein, gerade das besonders gründlich zu zerstören, was man liebt.

Abriss Die beiden Hochhäuser im Hölk und im Poggenbreeden in Bad Oldesloe gelten für viele Menschen als sozialer Brennpunkt in der Kreisstadt. Das liegt auch daran, dass die Wohnverhältnisse in den über 200 Wohnungen zum Teil laut der Bewohner und engagierter Stadtteilverbesserer wirklich schlecht sind. Der Bürgermeister plädiert daher für einen Abriss. Auch viele Anwohner wünschen sich, dass die stadtbildprägenden, architektonischen Verbrechen verschwinden. „Weg müssen die Dinger“, sagte dann auch einer der Teilnehmer der Ortsteilbegehung. Weg wären dann allerdings auch logischerweise die Wohnungen der Menschen, die dort aktuell wohnen. Einer der Betroffenen betont daher: „Nicht alle wohnen hier ungern. Günstiger bekommt man hier einfach nirgendwo eine Wohnung“, sagte er. Betretenes Schweigen der Umstehenden war die Folge. Sozialer Wohnungsbau und bezahlbare Mieten bleiben einfach ein zentrales Thema im gesamten Kreis. Durch die Ansiedlung von Niedriglohnunternehmen wie Amazons Logistikzentrum wird der Druck auf den Wohnungsmarkt und gerade auf den bezahlbaren Wohnraum noch zunehmen.

Ansiedlung Druck auf dem angespannten Wohnungsmarkt, mehr Bedarf an Kita- und Schulplätzen und Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor: Bad Oldesloes Bürgermeister, Jörg Lembke, sieht so einige negative Folgen durch die Ansiedlung von Amazon. Für die Stadtkasse springe dabei nicht viel heraus, sagt er. Aber grundsätzlich sei jede erfolgreiche Ansiedlung zu begrüßen. „Gewerbeansiedlungen sind ein wichtiger Faktor für die Entwicklung einer Stadt. Sie sichern die kommunale Finanzkraft, schaffen neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze und stärken die Kaufkraft“, sagt Lembke. Nur eben dies erwartet der Bürgermeister, wenn man genau hinhört, nicht wirklich von dem Onlineversandhändler. Finanziell lohnt es sich nicht, Kaufkraft wird sich vielleicht online verstärken, nicht aber im regionalen Einzelhandel und die Arbeitsplätze sind im Niedriglohnsektor. Vergessen darf aber nicht, dass sich über Letzteres Menschen freuen, die keinen Job haben.

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Zeichen der Zeit auf dem Oldesloer Wochenmarkt

Stormarner Tageblatt  07.08.2020

Zeichen der Zeit auf dem Oldesloer Wochenmarkt

Niemeier
Niemeier

Bad Oldesloe Die Coronainfektionen sind in den vergangenen 14 Tagen auch in Stormarn wieder deutlicher gestiegen als in den Vorwochen. Bei mehreren Fällen auch im übrigen Land traten die Infektionen auf, nachdem die Mitbürger aus dem Urlaub zurückkehrten. Da es gleichzeitig den Anschein hat , dass immer mehr Mitbürger bei sommerlichen Temperaturen es mit Mundschutz und Abstand nicht mehr so genau nehmen, weil sich irgendwie das trügerischer Gefühl vermeintlicher „Normalität“ eingeschlichen hat, sind manche Marktbeschicker in Bad Oldesloe alarmiert. Dieser Pflanzenhändler macht es nochmal klar. „Das Virus macht keinen Urlaub“. Während dieser Hinweis ermahnend daherkommt, lobt ein anderes Schild mit Wortwitz: „Wir haben mit Abstand die besten Kunden.“ nie

 
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Hilfe im Notfall: Feuerwehren bekommen Defibrillatoren

Lübecker Nachrichten   08.08.2020

Gerätehäuser im ländlichen Raum in Stormarn sollen ausgestattet werden – Den Anfang machen jetzt drei Wehren in Bad Oldesloe

Von Markus Carstens

Bad Oldesloes Stadtwehrführer Olaf Klaus (r.) zeigt den Defibrillator. Dr. Michael Daul (v. l.), Jörg Schumacher von der Sparkassenstiftung und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth halten weiteres Zubehör wie Übungspuppen in den Händen. foto: markus carstens

Bad Oldesloe. Sie können Leben retten und sind an immer mehr Standorten vorhanden, oft in öffentlichen Gebäuden und meistens im städtischen Bereich. Die Rede ist von AEDs, sogenannten automatisierten externen Defibrillatoren, die bei einem plötzlichen Herzstillstand einer Person zum Einsatz kommen können.

Was aber, wenn im Notfall kein solches Gerät vorhanden ist, vor allem in ländlichen Gebieten? Diese Frage warf vor einem halben Jahr Olaf Klaus auf, Gemeindewehrführer der Stadt Bad Oldesloe. Bei Kreispräsident Hans-Werner Harmuth fand er sofort ein offenes Ohr. Dieser nutzte seinen Draht zur Sparkassenstiftung, und seit wenigen Tagen hängen an den drei Feuerwehrhäusern in den Oldesloer Ortsteilen Rethwischfeld, Poggensee und Seefeld Defibrillatoren. Sie sind draußen angebracht und für jedermann zugänglich. Daneben gibt eine Tafel erklärende Hinweise.

„Bad Oldesloe ist unser Pilotprojekt“, sagte Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung, bei der offiziellen Vorstellung am Donnerstagabend in Rethwischfeld. „Wir suchen jetzt eine Gemeinde im Amt Bad-Oldesloe-Land, die mitmacht.“ Und im kommenden Jahr werde man dann möglicherweise den gesamten Kreis flächendeckend mit Defibrillatoren ausrüsten. Ein einzelnes Gerät kostet rund 2400 Euro, das Budget für die ersten drei Defis inklusive technischem Equipment und Lebensrettungspuppen für Übungszwecke liegt laut Schumacher bei 18 000 Euro.

„Wir können so die Erstversorgung verbessern“, sagte Kreispräsident Harmuth. Denn das Angebot richte sich nicht nur an die Feuerwehren, sondern ausdrücklich auch an die Bevölkerung; also die Menschen, die vor Ort leben und bei einem Herzstillstand schnell eingreifen können. Denn der AED arbeitet freilich nicht von allein, sondern braucht eine Person, die ihn bedient. „Es gibt genaue Anleitungen, man kann gar nichts verkehrt machen“, erklärte Dr. Michael Daul. Er ist seit gut einem Jahr Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schadehorn und beruflich als Leitender Notarzt tätig.

Das Falscheste sei es, gar nichts zu tun, so der Mediziner. Zudem stammen die drei Defibrillatoren aus einer neueren Generation, die korrigierend eingreifen können, wenn beispielsweise Sensoren nicht richtig am Körper sitzen. „Die AEDs geben auch Hinweise, wenn die Herzdruckmassage etwa zu stark oder zu schwach ausgeführt wird oder an der falschen Stelle“, sagte Daul weiter. „An erster Stelle steht natürlich der Mensch“, sagte auch Jörg Schumacher, „erst danach kommt das Gerät.“ Mit dem Projekt wolle man am Ende jeden in der Bevölkerung in die Lage versetzen, eine Herzmassage vornehmen zu können.

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