Archiv der Kategorie: Presseartikel

Waffenlager der Wehrmacht am Bahnhof entdeckt

Lübecker Nachrichten   09.07.2020

Anlass für die Sondierung war der Bau einer Fahrradanlage zwischen Gleis 4 und 5. Was der Kampfmittelräumdienst dort zutage förderte, stammte aus dem Zweiten Weltkrieg.

Diese Waffen hat der Kampfmittelräumdienst zwischen den Gleisen 4 und 5 am Oldesloer Bahnhof gefunden.Foto: Polizei/hfr

Bad Oldesloe. Bei der Bombensuche auf dem Areal des Bahnhofs in Bad Oldesloe hat der Kampfmittelräumdienst aus Kiel ein Waffenlager entdeckt, das deutsche Soldaten dort offenbar während des Zweiten Weltkriegs angelegt hatten. Grund für die Suche ist der geplante Bau einer Fahrradanlage. Bis jetzt war aber noch ungewiss, ob im Erdreich des dafür ausgewählten Standortes noch Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern. Um zu verhindern, dass bei den Bauarbeiten aus Versehen ein Blindgänger explodiert, hatte der Kampfmittelräumdienst das Areal zuvor abgesucht. Zutage trat eine beachtliche Batterie von Handwaffen.

„Sechs Kollegen waren vor Ort und haben das Gelände inspiziert“, berichtet Michael Hiebert, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kiel. Ihm zufolge lagen den Experten Luftbilder der Alliierten vor, mit denen diese die Abwurfstellen seinerzeit dokumentiert hatten. Genau zwischen besagten Bahnsteigen waren auf den Fotos offenbar stark ausgeprägte Krater zu erkennen. „Davon war jetzt so nichts mehr zu sehen. Sicher hat man damals einfach Erde darübergeschippt und das war’s dann“, sagt Hiebert.

Sechs Spezialisten vom Munitionsbergungsdienst suchten das Areal mit Metallsonden ab und stießen tatsächlich auf ein Waffendepot, das nach dem Krieg vergraben worden war. Es enthielt etliche Maschinengewehre des Typs 42, einer Standardwaffe der deutschen Wehrmacht. Hinzu kamen Pistolen und andere Gewehre sowie Hieb- und Stichwaffen. Nicht zuletzt gruben die Kampfmittelräumer Munitionsreste und Stahlhelme aus.

Laut Hiebert sind die Waffen in einem stark verrotteten Zustand und schon längst nicht mehr funktionstüchtig. Bahnreisende seien daher durch die Sondierungsarbeiten an den Gleisen zu keinem Zeitpunkt einer Gefahr ausgesetzt gewesen.

Das alte Waffenarsenal sei unverzüglich abtransportiert worden, um es nun vernichten zu können. dvd

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Stadt überrascht von Kritik an freiem W-Lan

Stormarner Tageblatt  08.07.2020

Oldesloes Verwaltung möchte Bürgerpark weiter aufwerten / Mitbürger befürchten nächtliche Partys

Freies Internet am Exer: Attraktivierung eines Treffpunkts oder Problemverschärfer? Nie
Freies Internet am Exer: Attraktivierung eines Treffpunkts oder Problemverschärfer? Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Das Gegenteil von gut ist gut gemeint – heißt es. Das erlebt auch die Stadtverwaltung Bad Oldesloe gerade wieder mit Problemen rund um den Exer. Deutliche Kritik entbrennt momentan an dem erst kürzlich eingerichteten und präsentierten ,kostenlosen W-Lan- Netz, das allen Gästen und Oldesloern zur Verfügung steht. Mit der Einrichtung möchte man die Aufenthaltsqualität von der Minigolfanlage bis zu den Wohnmobilparkplätzen verbessern. Mit der Bekanntgabe hatte man aus nachvollziehbaren Gründen im „Shutdown“ gewartet. Denn im Frühjahr sei es ja wichtig gewesen, mögliche Menschenansammlungen nicht noch zu provozieren.

Mittlerweile hat die Verwaltung das Projekt jetzt nicht ohne Stolz publik gemacht. Man wundert sich im Stadthaus allerdings nun darüber, dass so manche Mitbürger die Nachricht weniger mit Freude und mehr mit Sorge entgegen sehen.

Neben technischer Kritik an der Verbindungsqualität und Sorgen rund um den Datenschutz wird bemängelt, dass die Corona-Krise noch nicht vorbei sei und die Attraktivierung von Plätzen, auf denen sich dann viele Menschen versammeln, noch immer zu früh komme.

Vor allem wird aber zu bedenken gegeben, dass man bereits zuvor ein Problem mit nächtlichen Partys im Skateland und auf dem Kunstrasenplatz hatte. Mehrfach seien gefährliche Partyreste in Form von zerschlagenen Glasflaschen auf dem Fußballplatz gefunden worden. Auch Vandalismus und Brandstiftungen waren schon Thema. Warum also ausgerechnet dort noch die Aufwertung durch ein Gratis-W-Lan noch erhöhen, fragen sich Mitbürger. Sie schlagen vor, dass das Angebot nur am Tag bestehen solle, um die seit Jahren mit Besorgnis beobachteten nächtlichen Treffen nicht zu fördern.

Verschärfung von Problemen

Dass es durchaus einen Zusammenhang zwischen kostenlosem W-Lan-Angebot und einer Verschärfung von Problemen gibt, hatte sich in den vergangenen Jahren im Kultur- und Bildungszentrum gezeigt. Dort nahmen die Vorfälle von Vandalismus und verbalen bis körperlichen Auseinandersetzungen ab, nachdem das kostenlose W-Lan ab spätem Nachmittag deaktiviert wurde. „Es soll doch Treffpunkte in der Stadt geben und einen attraktiven Bürgerpark. Wir wollen die für uns überraschende Kritik nicht mehr weiter kommentieren“, sagt Stadtsprecherin Agnes Heesch. Sie hatte das freie W-Lan vor 14 Tagen vorgestellt. „Das Projekt hatten wir ja schon lange auf dem Tisch. Wir haben entsprechend die Vereinigten Stadtwerke mit der Umsetzung beauftragt. Die Verbindungsqualität ist gut. Es sei denn, es loggen sich hunderte Menschen gleichzeitig dort ein“, so Heesch.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Prekäre Zustände in Oldesloer Hochhäusern: Polizei schaltet sich ein

Lübecker Nachrichten   07.07.2020

Bedenkliche Dämmstoffe und klaffende Rohrschächte bis in den zehnten Stock – Das Wohnen im Oldesloer Hölk 2 fordert den Mietern viel Geduld ab – Jetzt ermittelt die Umweltpolizei

Von Dorothea von Dahlen

Die Wohnverhältnisse in dem Viertel mit den beiden Hochhäusern will die Initiative ‚Plan B‘ langfristig verbessern Foto: DVD

Bad Oldesloe. Eine riesige Mauerspalte tut sich im siebten Stock des Hochhauses am Hölk 2 auf. Die Bruchstücke der Wand liegen zu einem Haufen aufgeschichtet daneben. Fetzen von Dämmwolle quellen aus der Öffnung. Das Gros der schmutzig-gelben Masse lagert aber ein paar Meter weiter in blauen Müllsäcken auf dem Flur. Eine Szene, so wie sie typischerweise nach Feierabend bei einer Haussanierung anzutreffen wäre. Doch im Oldesloer „Twin Tower“, wie die Mehrgeschosser im Hölk inzwischen hinter vorgehaltener Hand genannt werden, existiert das Stillleben schon länger. Befürchtet wird nun, dass die offen auf den Fluren des Hauses zugänglichen Dämmstoffe die Gesundheit der Mieter, insbesondere der spielenden Kinder, schädigen könnten. Die Umweltpolizei Bad Oldesloe hat auf eine Anzeige hin Ermittlungen aufgenommen und Proben entnommen.

„Seit sechs Wochen geschieht hier nichts mehr“, sagt Jens Wieck verärgert. Der CDU-Stadtverordnete, der sich seit geraumer Zeit im Nachbarschaftsprojekt „Plan B“ engagiert, um den Mietern in den Hochhäusern eine Stimme zu geben, ist von der Polizei als Zeuge geladen worden. Er sollte bei der Dokumentation der Missstände helfen.

Seinen Anfang hatte das Ganze bereits Anfang des Jahres genommen. Nachdem im Februar und erneut zu Ostern Rohrbrüche größeren Ausmaßes im Hölk 2 aufgetreten waren, hatte Wieck sich darum gekümmert, dass das Wohnungsunternehmen des Eigentümers Adler Real Estate die Schäden nicht nur ausbessern oder gar kaschieren, sondern von Grund auf beseitigen lässt. Daraufhin wurde tatsächlich eine Leckage-Ortung und eine anschließende Rohrsanierung veranlasst. Doch ordentlich beendet wurde das Projekt bisher nicht.

Die Adler Real Estate indes scheint über die Vorgänge im Hochhaus nicht hinlänglich informiert zu sein. Auf Anfrage der LN, wann die Arbeiten fortgesetzt werden, teilte Dr. Rolf-Dieter Grass, zuständig für Unternehmenskommunikation, mit: „Die Arbeiten zur brandschutzkonformen Verschließung der Schächte haben diese Woche begonnen. Alle anderen sind beauftragt und werden nach Verfügbarkeit der ausführenden Firmen so rasch wie möglich erledigt. Wir bitten andererseits um Verständnis dafür, dass Maßnahmen, die ein Gesamtvolumen von etwa einer halben Million Euro pro Haus erreichen, auch eine gewisse Zeit benötigen.“

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Käfigweg in den Kneeden

Stormarner Tageblatt  06.07.2020

Brücke über die Bahnstrecke zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld ist saniert und nun noch sicherer

Gewöhnungsbedürftig: Das Aluminiumkonstrukt. Niemeier
Gewöhnungsbedürftig: Das Aluminiumkonstrukt. Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Es wirkt ein wenig so, als würde man direkt auf dem Weg in einen Hochsicherheitstrakt sein – denn der Gang über die frisch restaurierte Brücke am Kneeden zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld führt jetzt durch eine Art Käfig.

Doch hinter dem Aluminiumkonstrukt befinden sich nicht etwa gefährliche Tiere, sondern weiterhin einfach nur der Wanderweg auf der einen Seite und die B 75 auf der anderen. Grund für den etwas martialisch aussehenden Aufbau, der nun auch den Blick auf die Bahngleise versperrt, der gerne von Passanten genutzt wurde, wenn gerade ein Zug aus oder nach Lübeck passierte, ist der Schutz vor den Hochspannungsleitungen. Eine eigentlich dafür konstruierte Vorrichtung, die verhindern sollte, dass Spaziergänger mit den Hochspannungsleitungen in Berührung kommen, war von Schimmel und Fäulnis befallen. Die Neukonstruktion verhindert nun auch, dass auf das Geländer geklettert werden kann. In der Vergangenheit hatte es auch Hinweise darauf gegeben, dass Fotos von Jugendlichen, die auf dem Geländer sitzen, die Runde machten. Solche lebensgefährlichen Mutproben sind nun ebenfalls nicht mehr möglich. Jede Form des aufs oder über das Geländer klettern wird durch das Konstrukt unterbunden.

Gleichzeitig wurden auch die Holzbohlen an sich erfolgreich ausgetauscht. Mittlerweile ist der beliebte Weg in den Kneeden nach rund einem Monat Sperrung wieder freigegeben und kann nun ausgiebig von Wanderern genutzt werden. Die Bahnüberquerung ist übrigens auch ein Teil des berühmten „Jakobswegs“. Der Pilgerweg führt auf insgesamt 46 Kilometern durch Stormarn und ist somit auch wieder voll begehbar.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Betrachtungen zum Wochenausklang: Verhaltensweisen à la Stormarn

Stormarner Tageblatt  04.07.2020

Stormarner Wochenschau

Verhaltensweisen à la Stormarn

Megi Balzer
Megi Balzer

Patrick Niemeier, Stephan Poost und Volker Stolten

Fehlverhalten Müll, der in der Öffentlichkeit illegal entsorgt wird, Radfahrer in der Fußgängerzone, Jugendliche, die sich nicht an die Corona-Regeln auf dem Kunstrasenplatz oder dem Skateland halten, Raser in der 30er Zone und so weiter. Immer wieder werden Beschwerden an die Redaktion und die Oldesloer Stadtverwaltung herangetragen, die – zumindest aus der Sicht der jeweiligen Beschwerdeführer – echte Probleme darstellen. Immer häufiger lautet dabei die Antwort aus dem Bürgermeisterzimmer: „Das ist individuelles Fehlverhalten, gegen das man natürlich erstmal nichts tun kann.“ Selbstverständlich müsste das im Zweifel sanktioniert werden, aber andererseits könne man nicht überall sein. Ist das eine Art Kapitulation mit Blick auf zu wenig Personal, das Regeln durchsetzen könnte, das Eingeständnis, dass sich manche Dinge nicht kontrollieren lassen, oder ist es ein relativ erschreckendes Zeichen dafür, dass tatsächlich die gegenseitige Rücksicht und das Einhalten bestimmter Regeln eben für immer mehr Individuen nicht wirklich eine Rolle spielen? Unsere Karikaturistin fragt sich, wie weit es mit dem „individuellen Fehlverhalten“ irgendwann gehen könnte und hat sich so ihre Gedanken dazu gemacht.

Top-Verhalten In Corona-Zeiten sind Helden schnell ausgemacht. Ärzte, Krankenhaus-Personal und Pflegekräfte auf jeden Fall. Menschen in system-relevanten Berufen, klar, ebenso. Aber auch jenseits des tückischen Virus’ gibt es eine eingeschworene Gemeinschaft, die nur Gutes im Schilde führt. Die Männer und Frauen geben Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr ihr Bestes, hängen das nun wirklich nicht an die große Glocke und sind einfach unersetzbar: Gemeint sind ehrenamtliche Feuerwehrleute. Sie sind für alle Fälle die Richtigen und auf alle Fälle gut. Und sind sich auch fürs Kleinvieh nicht zu fein: In dieser Woche gab es allein in Stormarn zwei tierische Einsätze mit Happy End. Drei Entenküken, die vom rechten Weg abgekommen waren, wurden gerettet, ebenso ein in der Luft hängender Mäusebussard. „Dr. Dolittle“ lässt grüßen. Dr. Dolittle im Blaurock. Daumen hoch!

St. Florian Das alte Lied, jeder will fliegen, aber keiner will den Fluglärm, jeder produziert Müll, aber niemand will die Müllverbrennung vor der Tür, jeder fährt Auto, aber Verkehr, bitte nicht bei mir! So auch jetzt in der Grabauer Straße, durch die Lkw-Verkehre in die Kreisstadt fließen. Anwohner laufen Sturm, doch die Verwaltung verweist auf den politischen Beschluss, über den Wolkenweher Weg keine Lkw-Verkehre am Krankenhaus vorbeizuführen. „Heiliger Sankt Florian: Verschon’ mein Haus, zünd’ and’re an!“, so das St. Florians-Prinzip, das funktioniert eben nicht. Probleme dürfen nicht verschoben werden, sondern sie müssen gelöst werden. Da hat der Bürgermeister Recht, wenn er auf neue Straßenführungen durch das geplante Gewerbegebiet verweist. Doch bis da der Verkehr rollt, heißt es Geduld haben.

Veröffentlicht unter Presseartikel |