Archiv der Kategorie: Presseartikel

Oldesloe stellt auf LED-Beleuchtung um

Stormarner Tageblatt  04.03.2020

Umrüstung aller Straßenlaternen senkt Energiekosten und schont Insekten / Lichtfarbe bemängelt

Techniker wechseln in diesen Wochen überall im Stadtgebiet die Leuchtmittel aus. Nie
Techniker wechseln in diesen Wochen überall im Stadtgebiet die Leuchtmittel aus. Nie
 
Unterschied  in Sachen Lichtkegel und Lichtfarbe  deutlich zu sehen: Links die alten Leuchtmittel, rechts die neuen.
Unterschied in Sachen Lichtkegel und Lichtfarbe deutlich zu sehen: Links die alten Leuchtmittel, rechts die neuen.

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Es war lange geplant und wurde zuvor auch lange diskutiert: In Bad Oldesloe werden tausende Leuchtmittel an öffentlichen Lampen umgerüstet. Der Wechsel erfolgt in allen Fällen auf LED-Technik.

Die Umrüstung betrifft insgesamt 2647 Lampen. Es werden dafür drei unterschiedliche Typen verbaut. Drei besondere Vorteile hat sich außerdem davon auch die Lokalpolitik erhofft. Erstens kommt es zu einer deutlichen Einsparung bei den Energiekosten. Die neuen Leuchtmittel – so versprachen es die Planer – sollen ungefähr 25 Jahre halten. Und in dieser Zeit wird die Stadt sechs Millionen Euro weniger für Energiekosten ausgeben müssen, als bisher.

Zweitens werden Insekten geschützt. Die ausgewählte Kelvinstärke sorgt dafür, dass Insekten nicht wie die sprichwörtliche Motte um oder in das Licht schwirren. Dieser Umstand war vor allem den Grünen wichtig, die seit Jahren um die entsprechende Umrüstung kämpften.

Drittens wurde es als Vorteil verkauft, dass die Beleuchtung besser gesteuert werden könne. Der Lichtkegel streue bei LEDs nicht mehr so stark wie bei den herkömmlichen Straßenlaternen. Damit werde punktuell die Helligkeit genau an den Punkt gebracht, wo sie hin soll.

Doch in der Praxis zeigen sich jetzt erste Probleme. Mitbürger kritisieren, dass zum einen eine viel kühlere Atmosphäre in den Straßen herrsche, in denen die Laternen bereits ausgetauscht sind. Außerdem sorge der engere Lichtkegel mit weniger Streuung für mehr dunkle Ecken schon einige Meter von der Laterne entfernt, die es zuvor noch nicht gab. „Es stimmt, dass man sich umgewöhnen muss und es stimmt, dass es eine andere Lichtfarbe ist. Wenn dadurch jetzt neue dunkle Orte entstehen, muss man schauen, wo man nachrüsten kann. Aber im Sinne des Insektenschutzes ist es ja so entschieden worden“, so Bürgermeister Jörg Lembke. Es sei klar, dass nun in den Straßen zum Teil eine andere, kühlere Atmosphäre in den Abend- und Nachtstunden herrsche, aber daran müsse man sich vielleicht auch einfach nur gewöhnen.

Anwohner des Heiligengeists hatten bereits ihre Sorge geäußert, dass das besondere historische Ambiente durch kühles Licht zerstört werde. Dort soll der Austausch allerdings sowieso erst erfolgen, wenn ein Konzept für die Innenstadtsanierung vorliege, hatte Lembke zugesagt. Er geht davon aus, dass der restliche Austausch bis ungefähr Ostern abgeschlossen sein kann.

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Wohin geht die Reise der Oldesloer Innenstadt?

Stormarner Tageblatt  02.03.2020

In zwei Leerständen siedeln sich neue Geschäfte an / Verkaufsoffene Sonntage weiter ungeklärt

Leerstand temporär behoben: Fielmann zieht übergangsweise in den ehemaligen Neudek-Shop in der Mühlenstraße. Nie
Leerstand temporär behoben: Fielmann zieht übergangsweise in den ehemaligen Neudek-Shop in der Mühlenstraße. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Geschäfte werden eröffnet, Geschäfte werden geschlossen – und wie in jedem Jahr ist noch nicht klar, was eigentlich mit den verkaufsoffenen Sonntagen in Bad Oldesloe passieren wird.

Alle Innenstädte sind im Wandel, weil sich das Einkaufsverhalten der Kunden verändert hat. Sei es durch den Handel im Internet, seien es veränderte Arbeits- oder längere Schulzeiten im Ganztagsbereich. Es gibt viele Gründe, warum sich Geschäftsleute in den vergangenen beiden Jahrzehnten umstellen mussten. Da ist Bad Oldesloe keine Ausnahme.

Aktuell gibt es einige Wechsel in der Fußgängerzone. In die Räumlichkeiten des ehemaligen Fachgeschäfts „Neudek“, das Ende des vergangenen Jahres seine Zelt abbrach und nach Eutin abwanderte, ist jetzt vorübergehend „Fielmann“ eingezogen. Einige Meter weiter wird die eigentliche Fielmann-Filiale renoviert. Neudek beklagte bei seinem Abschied, dass es in Oldesloe viel zu viel gegeneinander gehe, dass man es nicht schaffe, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und dass die Stadt es verpasst habe, die Innenstadt rechtzeitig attraktiver zu machen. Das Engagement einiger weniger mit Veranstaltungen in der Stadt sei zu gering. Es fehle am großen Konzept, am großen Wurf. In Eutin habe er eine ganz andere Stimmungs- und Ausgangslage vorgefunden.

Direkt gegenüber des ehemaligen Neudek-Ladens, wo sich kürzlich „Street One“ verabschiedete, wird das Modegeschäft „Albrecht“ – das bereits rund 200 Meter eine Filiale besitzt – einen weiteren Shop mit dem Namen „Fräulein Albrecht“ eröffnen. Diese zwei Leerstände sind also zunächst behoben.

Gut angelaufen ist derweil die im Ladengeschäft der Stadt eröffnete „Machbar“ in der Hindenburgstraße, die beweist, dass neue Konzept gefragt sind.

Im Mai verabschieden sich die Betreiber des „Preisparadies“ aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Angela Dittmar, die sich in den vergangenen Jahr sehr für den Einzelhandel eingesetzt hat, glaubt, dass es für die Geschäfte in der Innenstadt echte Herausforderungen gibt. Alle, die überleben wollen, müssten sich im Internet präsentieren und Webshops anbieten. Außerdem werden aus ihrer Sicht Gastronomie, moderne Ladenkonzepte und Veranstaltungen für die Attraktivität der Innenstadt immer wichtiger. Wer nicht mit der Zeit gehe, gehe halt mit der Zeit.

Ein Mittel zur Attraktivierung sind neben dem Stadtfest vom 5. bis 7. Juni die verkaufsoffenen Sonntage. Fest steht, dass die Stadt Bad Oldesloe bei zweien der möglichen vier für das Rahmenprogramm sorgen will. Für den 29. März, den 10. Mai, den 20. September und den 1. November besteht rechtliche Möglichkeit, einen verkaufsoffenen Sonntag anzubieten.

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Grundstücke und Häuser: Weiter hohe Nachfrage

Stormarner Tageblatt  29.02.2020

Gutachterausschuss beobachtet die Werte in Stormarn seit 60 Jahren

Bad Oldesloe Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Stormarn hat in mehreren Sitzungen den Grundstücksmarktbericht 2019 für den Kreis auf den Weg gebracht. In diesem Bericht werden die Verkäufe von bebauten und unbebauten Einfamilien-, Doppelhaus-, Reihenhaus- und Gewerbegrundstücken analysiert. Auch befasst sich der Bericht mit Eigentumswohnungen und landwirtschaftlichen Flächen sowie Mieten und Pachten. Der von Carola Krien aus der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses ausgearbeitete Bericht setzt sich besonders mit den Wertentwicklungen im Zeitraum 2018 bis 2019 auseinander.

Immobilien im Kreis Stormarn erfreuen sich unverändert einer hohen Nachfrage. Daraus resultiert, dass bei fast allen Immobilienarten die Marktwerte merklich angestiegen sind. Die hohe Wirtschaftskraft des Kreises Stormarn zwischen den Hansestädten Hamburg und Lübeck innerhalb der Metropolregion Hamburg mit vielen Arbeitsplätzen hat in den letzten Jahrzehnten zu einem regelmäßigen Einwohnerzuwachs geführt. In den vergangenen 70 Jahren hat es einen kontinuierlichen Anstieg um insgesamt rund 106.000 Einwohnern gegeben, der für eine stets gute Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeimmobilien mit verantwortlich ist. Zurzeit leben mehr als 244.000 Menschen im Stormarner Kreisgebiet.

Bauland Mangelware Grundstücke in Stormarn sind knapp. Die Anzahl der Verkäufe von bebauten, unbebauten Grundstücken und Eigentumswohnungen ist zwischen 2010 und 2019 um 29 Prozent gesunken. 1386 Einheiten wechselten im vergangenen Jahr den Besitzer. Mehr als 541.000 Euro wurden pro Kauffall umgesetzt, 105 Prozent mehr als noch 2010. Eigentumswohnungen wurden seit 2010 rund 84 Prozent teurer. Dabei ist die Lage entscheidend. In Ahrensburg liegen 70 m² große Wohnungen bei 3200 Euro/Quadratmeter in Bad Oldesloe bei 2250 Euro, in Glinde bei 2220 Euro.

Die Wohnungsmieten sind im gleichen Zeitraum um rund 29 Prozent gestiegen. Spitzenreiter ist auch hier Ahrensburg mit zehn Euro/Quadratmeter im Mix aus Bestands- und Abschlussnettokaltmieten. Es folgen Bargteheide und Reinbek mit 9,50 Euro, Glinde und Trittau mit 9 Euro, Bad Oldesloe und Reinfeld mit 8,50 Euro. Gestiegen sind auch die Pachten für das Ackerland seit 2010 um rund 31 Prozent. 2019 liegen die Preise bei 350 bis 700 Euro Pacht je Hektar im Jahr. Gegen den Trend sinken die Ladenmieten seit 2013 um rund fünf Prozent. Aufgrund der guten Konjunktur und der geringen Zinsen bleibt die Zahl der Zwangsversteigerungen in 2019 auf niedrigem Niveau, lediglich drei Objekte wurden versteigert.

Der Gutachterausschuss ist ein Ehrenamtlergremium, das aus 15 Mitgliedern besteht. Den Vorsitz führt Stefan Leutelt. Er ist der Leiter des Fachdienstes Bauverwaltung des Kreises Stormarn.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Wer rollt das Bier nach Todendorf?

Stormarner Tageblatt  29.02.2020

Stormarner Wochenschau

Wer rollt das Bier nach Todendorf?

Dirk Gusick, Patrick Niemeier und Stephan Poost

Animalisch Angst- und Panikmache rund um das Coronavirus greifen um sich. Und bei manchen Hamsterkäufen und Verhaltensweisen bekommt man den Eindruck, die Zombie-Apokalypse aus einem Endzeitfilm stehe kurz bevor. Ja, natürlich sollte man vorsichtig sein, und nein, natürlich ist eine Ansteckung alles andere als lustig und ungefährlich – genau wie für Risikogruppen eine Grippewelle. Doch was sich in Apotheken, Drogerie- und Supermärkten derzeit teilweise abspielt, ist auf eine andere Art bedenklich. Denn das erste Opfer des Virus ist offenbar Rücksichtnahme und Solidarität. Dazu drei kurze Beobachtungen: Eine Frau rafft in einem Drogeriemarkt alles zusammen, was nur irgendwie wie Desinfektionsmittel aussieht. Angesprochen von einem älteren Ehepaar, ob es eine Falsche abhaben könne, antwortet sie: „Natürlich nicht!“. Bei einem Discounter stapelt ein Mann sämtliche Konserven mit Tomatensuppe in seinen Einkaufswagen. Auf die Frage, ob man eine Dose davon abhaben könne, erfolgt der Hinweis, er habe sich diese Konserven schon reserviert. An der Kasse kurz dahinter steht eine Frau und hat quasi die Mehlvorräte aufgekauft. Eine Seniorin fragt, ob sie von den rund 50 Paketen eines aus dem Wagen nehmen dürfe. Doch auch ihr Ansinnen wird abgeschmettert. Und so erweist sich: Der eigentliche Virus ist der menschliche Egoismus und die eigentliche Gefahr der Mensch an sich.

Glaube Glaube soll ja angebliche Berge versetzen. Das Glaube aber auch Feuerwehrgerätehäuser bauen kann, davon ist nichts bekannt. Allerdings glaubte Wehrführer Stefan Birr, dass das Mollhagener Feuerwehrgerätehaus vor dem der Todendorfer Feuerwehr gebaut werden würde. Er wettet sogar mit seinen Todendorfer Kameraden um ein Fass Bier. Doch bei all seinem „Glauben“ hätte er dabei besser einkalkulieren sollen, dass die Planung für ein solches Projekt lange und in den verschiedenen Gemeinden unterschiedliche Zeit dauern kann. Denn während in Todendorf das neue Feuerwehrgerätehaus bereits gebaut wird, wird in Steinburg noch geplant und verhandelt. Jetzt glauben allerdings alle Todendorfer Feuerwehrleute daran, das Stefan Birr ein Fass Bier zu ihrem neuen Gerätehaus rollen wird. Spätestens, wenn es fertig ist…

Standortfaktor In Sachen Bildung ist unsere Kreisstadt vorn mit dabei. Bei einem bundesweiten Ranking landet Bad Oldesloe bei den Mittelstädten auf dem achten Rang. Dabei ging es nicht nur um die Entfernung zur nächsten Universität, sondern auch um Themen wie Erwachsenenbildung, Kindertageseinrichtungen und natürlich die Schulen. Die Anzahl der Schulabbrecher und die der Abiturienten wurden unter anderem auch bewertet. Da haben Politik und Verwaltung in der Kreisstadt in der Vergangenheit wohl so einiges richtig gemacht, und so mag Bad Oldesloe als Beispiel kreisweit gelten. Denn andere Stormarner Städte waren weit abgeschlagen. So landeten Reinbek und Ahrensburg auf den Plätzen 304 und 127.

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Bei der Kultur ziehen alle an einem Strang

Stormarner Tageblatt  27.02.2020

Stadt beschließt Förderung für das Jahr 2020 / Von Ausstellung bis Theater-Open-Air

Bad Oldesloe Es ist ein besonderes Vorgehen, an dem am Anfang so mancher Kritiker zweifelte, aber es funktioniert sehr gut: In Bad Oldesloe schaffen es Kulturschaffende, sich an einen Tisch zu setzen, wenn Fördergelder nicht reichen. Sie verzichten und sparen, damit am Ende alle Antragsteller etwas von den 30.000 Euro erhalten, die im Topf bereitstehen.

Die Stadt Bad Oldesloe fördert nach einer Erhöhung dieser Summe seit 2020 Projekte von Vereinen, Verbänden und Einzelpersonen, die das Kulturleben in der Stadt bereichern mit jährlich 30.000 Euro. Für das laufende Jahr wurden 18 Förderanträge gestellt. 16 Projekte erfüllten dabei die Bedingungen der Verwaltung und kamen im Endeffekt in den großen Topf. Da die beantragten Gelder die 30.000 Euro überstieg, kam es zum runden Tisch der Antragsteller im Kultur- und Bildungszentrum – kurz Kub genannt.

30.000 Euro für 15 Projekte

Darüber, welches Projekt mit welcher Fördersumme bedacht wird, entschieden die Antragsteller demokratisch selbst in einer gemeinsamen Sitzung. „Die Vielfalt des kulturellen Lebens in Bad Oldesloe kam dabei auch dieses Jahr bereits in den Förderanträgen zum Ausdruck. Darunter befinden sich Konzerte und Lesungen, Theateraufführungen und Ausstellungen, Workshops und kulturelle Ausfahrten. Die Förderung ermöglicht zahlreiche Veranstaltungen an den unterschiedlichsten Orten in der Stadt“, so Bad Oldesloes Kulturbüroleiterin Inken Kautter. Für das laufende Jahr entschieden sich die Antragsteller einvernehmlich und in sehr kollegialer Atmosphäre für die Förderung von 15 Projekten. Auf diese teilen sich die 30.000 Euro zu unterschiedlichen Anteilen auf, wie demokratisch einstimmig entschieden wurden. Zu den geförderten Projekten gehört eine Ausstellung des Münsteraner Satirikers Rolf Tiemann in der Galerie BoArt, eine neue Jazz-Reihe im Historischen Rathaus, eine Lesung zur Trauerbegleitung von Kindern, das Musikfest am Kirchberg, das bereits zum 25. Mal stattfindet, ein Krabbelkonzert der Musikschule, das Theater-Open-Air von Badomat, die beliebte Konzertreihe Kub-Saal-Klub vom Verein Klgstdt und die Reihe „Tango & Gespräche“ der Seniortrainer.

„Solidarisches Miteinander“

Die Antragsteller bekräftigten ebenso einvernehmlich ihre Dankbarkeit für die Kulturförderung, die für das Haushaltsjahr 2020 durch den Bildungs-, Sozial- undKulturausschuss aufgestockt worden ist. „Mit der diesjährigen Kulturförderung werden zahlreiche Projekte unterstützt, die sonst nicht möglich wären und hinter denen viel ehrenamtliche Arbeit steckt. An zahlreichen geförderten Projekten wird klar, dass Kultur in Bad Oldesloe im schönsten Sinne als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird“, sagt Kautter, und mit Hinblick auf die Fördersitzung fügt sie hinzu: „Die Antragsteller haben sich uneigennützig darüber verständigt, welche Projekte gefördert und welche zurückgestellt werden. Da zeigt sich ein schönes, solidarisches Miteinander.“ st

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