Archiv der Kategorie: Presseartikel

Obdachlosigkeit im Fokus

Stormarner Tageblatt  24.01.2020

Oldesloer Politiker wollen sich mit Ursachen und der Verhinderung von Obdachlosigkeit beschäftigen

Die Unterkunft an der Lübecker Straße in Bad Oldesloe könnte abgerissen werden, um einem Neubau Platz zu machen. Patrick Niemeier
Die Unterkunft an der Lübecker Straße in Bad Oldesloe könnte abgerissen werden, um einem Neubau Platz zu machen. Patrick Niemeier
 

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wenn von Obdachlosen die Rede ist, kommt schnell das Bild von Menschen in den Sinn, die auf der Straße oder sprichwörtlich „unter Brücken“ leben. Doch dieser Eindruck trügt – so wie die Armut, die oft leise daher kommt und von Außenstehenden kaum wahrgenommen wird, weil die Betroffenen aus Scham sie gut zu verdecken gelernt haben.

Aus dem aktuellen Obdachlosenbericht der Stadt Bad Oldesloe geht hervor, dass derzeit 78 Menschen nur durch die Hilfe der Stadt ein Dach über dem Kopf haben. Und das sind nicht nur Alleinstehende mit womöglich bewegenden Biografien, sondern es sind immer mehr Familien, denen eine Bleibe fehlt. Das hatte sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet.

Betroffen sind in der Kreisstadt mittlerweile zwölf Familien mit insgesamt 25 minderjährigen Kindern. Zumeist sind sie in diese missliche Situation geraten, weil sie nicht mehr in der Lage waren, die steigenden Mieten zu zahlen, und daher ihre Wohnung verloren haben. Und: Es kommt nicht selten vor, dass nach der Wohnungsaufgabe auf dem lokalen Wohnungsmarkt keine neue finanzierbare Bleibe zu finden ist.

Während es für Alleinstehende dann oftmals noch möglich ist – auf die eine oder andere Weise –, zunächst einmal bei Bekannten oder Freunden unterzukommen, ist es für Familien schwer, temporär irgendwo „unterzuschlüpfen“. Und so kommt es dazu, dass Menschen – oft jahrelang – ihr Leben in Obdachlosenunterkünften verbringen müssen, nachdem sie ihre gemietete Wohnung verloren haben.

Deutlich wird in der aktuellen Diskussion nach der Veröffentlichung des Berichts: Die Stadt Bad Oldesloe ist auf die zunehmende Obdachlosigkeit nicht hinreichend vorbereitet. Hinzu kommt die Problematik, dass mehrere Unterbringungsstandorte wegen ihres schlechten Zustands nicht mehr nutzbar sind. An anderer Stelle laufen zudem Mietverträge aus.

Die Unterkunft an der Kreuzung Berliner Ring/Lübecker Straße sollte schon vor Jahren saniert werden. Immer wieder war das Haus Thema in Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung. Jedoch – so hieß es aus der Verwaltung – sei für die Sanierung nicht das erforderliche Personal vorhanden. Mittlerweile ist der Komplettabriss und Neubau eine Option, die im Wirtschafts- und Planungsausschuss (WPA) diskutiert und als Planung auf den Weg gebracht wurde. Klar wurde dabei, dass die Sanierung von Wohnungen für Obdachlose nicht die oberste Priorität besitzt.

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Asklepios-Großlager: „So soll das nicht nochmal laufen“

Stormarner Tageblatt  24.01.2020

Asklepios-Großlager: „So soll das nicht nochmal laufen“

Bad Oldesloe Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke blickt mit gemischten Gefühlen auf die Ankündigung, dass nach Amazon nun auch Asklepios ein großes Logistikzentrum im privat vermarkteten Gewerbegebiet an der A 1 bauen wird. „Wir haben keinen Einfluss und es bewegt sich alles im Rahmen des Baurechts, aber natürlich haben wir uns etwas anderes gewünscht und erhofft“, so Lembke. Dass der private Investor Peter Eggers für sich das Maximum bei der Veräußerung der Grundstücke im Blick habe und nicht unbedingt das, was sich die Stadt Bad Oldesloe wünsche oder gut wäre für sie, sei aus ökonomischer Sicht nachvollziehbar. „Positiv ist, dass sich zeigt, dass Bad Oldesloe als Gewerbestandort gefragt ist und das auch bei großen Unternehmen wie Amazon und Asklepios. Das bringt uns überregionale Aufmerksamkeit und das ist die positive Seite.“ Davon abgesehen bliebe nicht viel Positives: Es entstünden nur wenige Arbeitsplätze, davon die Mehrzahl vermutlich nicht im hochqualifizierten Bereich. Bedenklich sei das vermehrte Verkehrsaufkommen. Es könnte sein, dass weitere Ansiedlungen von Logistikern damit aus Verkehrsgründen auszuschließen seien. „In Zukunft werden wir darauf achten, dass Gewerbegrundstücke nicht privat vermarktet werden. Wir werden als Stadt nur mit der WAS zusammenarbeiten“, wird Lembke deutlich . Ein zweiter Teil des Gewerbegebiets an der A 1 in Händen Eggers müsse noch erschlossen werden. Dann werde man auch den Bebauungsplan anpassen, damit nicht noch mehr Lager entstehen. „So wie jetzt soll und wird das nicht nochmal laufen“, so Lembke. nie

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Wenn die Natur ein Gemälde zaubert

Stormarner Tageblatt  23.01.2020

Wenn die Natur ein Gemälde zaubert

niemeier
niemeier

Der Sonnenuntergang über der Kreisstadt kann zu einem echten Kunstwerk werden, wenn die Wolkendichte und die Strahlkraft der Sonne im richtigen Moment stimmen, so dass am Himmel über Bad Oldesloe ein impressionistisches Gemälde zu entstehen scheint, ganz ohne Farben und Pinsel oder menschliches Zutun.

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Asklepios baut in Oldesloe

Stormarner Tageblatt  23.01.2020

Auf einer Fläche von 65.000 Quadratmetern entsteht für 50 Millionen Euro ein modernes Zentrallager

In  Bad Oldesloe werden zukünftig  allein 120.000 Medizinprodukte vorgehalten.niemeier
In Bad Oldesloe werden zukünftig allein 120.000 Medizinprodukte vorgehalten.niemeier

Stephan Poost und Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Asklepios Kliniken bauen in Bad Oldesloe ein neues, hochmodernes Zentrallager auf einer Fläche von 65.000 Quadratmetern, die eigens dazu erworben wurde. Das Gelände liegt unmittelbar an der A 1. „Wir wollen aus Bad Oldesloe alle unsere Kliniken im Umkreis von rund 200 Kilometern beliefern, aber auch andere Krankenhäuser und Patienten direkt“, erklärt Asklepios-Pressesprecher Mathias Eberenz. Die Hamburger Asklepios-Kliniken werden weiterhin aus dem Hamburger Lager bedient.

Mit dem neuen Zentrallager werde Asklepios die Versorgungssicherheit der angeschlossenen Kliniken und Einrichtungen stabil und auf hohem Niveau nachhaltig sicherstellen können. Bis auf Weiteres erhalten die Asklepios Kliniken Hamburg hingegen auf Wunsch der Stadt Hamburg als Minderheitsgesellschafter keine Anbindung an das neue Zentrallager und behalten ihr bestehendes eigenes Lager.

In Bad Oldesloe werden zukünftig rund 120.000 Medizinprodukte vorgehalten und ausgeliefert, von der Spritze bis hin zum Krankenhausbett. Zusätzlich rund 10.000 weitere Artikel wie Büromaterial und Reinigungsmittel.

„Wir rechnen mit einem Verkehrsaufkommen von 30 bis 40 größeren Lastwagen täglich, dazu die Fahrzeuge, die das Material verteilen werden, aber auch Autos von UPS oder DHL “, erklärt der Pressesprecher. Für Bad Oldesloe bedeutet das zusätzlichen Lkw-Verkehr, nachdem an der A 1 bereits ein Logistikzentrum für das Internetkaufhaus Amazon geplant ist, das nicht nur wegen erwarteter prekärer Arbeitsverhältnisse, sondern auch wegen des hohen Verkehrsaufkommens in der Kritik stand. Lokalpolitik und Verwaltung hatten sich von den Ansiedlungen im neuen Gewerbegebiet eher mittelständische Unternehmen erhofft, wie man dem Grundstücksbesitzer auch mit auf den Weg gegeben hatte. Unter diesen Aspekten ist die Verkündung des nächsten Bauvorhabens eine Enttäuschung für die Kreisstadt. Bereits seit Jahren sucht Asklepios einen Standort für ein neues Zentrallager, da das bisherige in Hamburg viel zu klein für die Versorgung von Kliniken außerhalb Hamburgs ist und die Versorgung der Kliniken im Rest Deutschlands meist von Dienstleistern übernommen wird.

Die Hansestadt selbst konnte kein Grundstück zur Verfügung stellen, das die erforderliche Größe hatte. Ein solches wollte Bad Bramstedt anbieten, aber dort erwies sich der von der Stadt vorgesehene Boden als nicht tragfähig, so dass der Klinikbetreiber davon Abstand nehmen musste. Jetzt ist Bad Oldesloe als Standort gefunden, wo sich bereits eine Asklepios Klinik befindet. Das entsprechende Grundstück wurde von Asklepios gekauft, voraussichtlicher Baubeginn werde in der zweiten Jahreshälfte 2020 sein. Die Inbetriebnahme werde dann im zweiten Halbjahr 2021 erfolgen. Asklepios investiere rund 50 Millionen Euro in das neue Zentrallager.

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>>> Leserbrief: Populismus pur

Markt Bad Oldesloe Wochenendzeitung   18.01.2020

Leserbrief zum Beitrag von Patricia Rohde im MARKT vom 8. Januar

Eigentlich hatte ich nicht vor, mich nach meinem Ausscheiden aus der Stadtverordneten-versammlung zu Wort zu melden. Aber nach der MARKT- Kolumne der so freundlich dreinbli- ckenden FBO-Dame schwoll sich mir der Kamm. Die Erhöhung der so bezeichneten Sitzungsgelder in dieser Art und Weise zu kritisieren, ist Populismus der aller übelsten Sorte.

  Allein der Ausdruck Sitzungsgeld ist fragwürdig. Man könnte glauben, die Stadtvertreter würden sich im Rathaus bei einer politischen Plauderei den Hintern breit sitzen. Richtig ist
die Bezeichnung Aufwandsentschädigung. Und die ist dringend auf den neuesten Stand
zu bringen und zu erhöhen. Vor allem in Würdigung für den enormen Einsatz dieser Ehrenamtler.

Allein für Ausschuss- und Fraktionssitzungen müssen wöchentlich im Mittel zehn bis 15 Stunden aufgebracht werden. Hinzu kommt der Zeitaufwand für das Durcharbeiten von Sitzungsvorlagen, Gutachten, Finanzplänen und vieles mehr. Natürlich sind auch Kenntnisse in den Bereichen Finanzausgleich, Schlüsselzuweisungen, Sozialgesetzbuch, Baugesetzbuch, Landesbauordnung bis hin zur städtischen Haushaltswirtschaft für die Entscheidungsfindung erforderlich.

Dass die monatliche Entschädigung dafür zur Zeit erheblich niedriger ist als das Honorar je
Stunde eines Freiberuflers, ist nachdenkenswert.

Und dann scheint es auch das Hobby der FBO zu sein, sich am stellvertretenden Bürgermeister
abzureagieren. Der ist nun mal ein auf das Wohl der Stadt vereidigter Ehrenbeamter und hat im Vertretungsfall eine hohe Verantwortung. Während meiner Zeit als Stadtvertreter hatte ich den Eindruck, dass der jetzige Amtsinhaber den Bürgermeister wie auch dessen Vorgänger exzellent vertreten hat. Diese Bürgermeister konnten beruhigt auf Dienstreise oder in den Urlaub gehen. Auch im Krankheitsfall war durch die Vertretung gewährleistet, dass im Verwaltungsablauf die richtigen Entscheidungen getroffen wurden. Und das war bei einem seiner Vorgänger nicht immer so.
Uwe Rädisch
Bad Oldesloe

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